Höhere Inflationsrisiken. Weniger Arbeitslose
Kräftiges Wachstum
Die deutsche Wirtschaft hat zu Jahresbeginn wieder Fahrt aufgenommen. Impulse kamen dabei sowohl von der Auslandsnachfrage als auch von der Binnenkonjunktur. Angesichts dieser dynamischen Aufwärtsbewegung haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute die Wachstumsprognose für das Jahr 2011 auf 2,8 Prozent nach oben revidiert.
Der private Verbrauch zeigte im
1. Quartal 2011 ansteigende Tendenz. Die Einzelhändler verbuchten ein reales Einnahmeplus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis. Auch das Privatkundengeschäft mit Kraftfahrzeugen erzielte Umsatzzunahmen. Allerdings dürfte der beschleunigte Preisauftrieb die Konsumneigung der Bundesbürger demnächst etwas dämpfen.
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen blieb auf Expansionskurs. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahm das Auftragsvolumen für Ausrüstungsgüter im Januar und Februar saisonbereinigt um 3,2 bzw. 4,6 Prozent zu. Investitionsanregend wirkten die wieder normal ausgelasteten Kapazitäten und die guten Absatzperspektiven auf den in- und ausländischen Märkten.
Die Ausfuhren bilden nach wie vor eine wichtige Basis für den Konjunkturaufschwung. Besonders kräftig äußerte sich dieser in Exporten aus Ländern außerhalb der Europäischen Union, allen voran den asiatischen und südamerikanischen Schwellenländern. Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Fortsetzung der Aufwärtsentwicklung ab, aber mit schwächerer Dynamik.
Die Preise auf der Verbraucherstufe haben im Berichtsquartal weiter angezogen. Die Inflationsrate stieg seit Jahresbeginn von 1,7 auf 2,1 Prozent im März und hat damit die Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB) überschritten. Preistreiber Nummer eins waren erneut die Energieprodukte, die sich binnen Jahresfrist um fast elf Prozent verteuert haben, insbesondere die Preise für leichtes Heizöl und Kraftstoffe zogen heftig an. Die Inflationsrate betrug im März nur ein Prozent.
Am Arbeitsmarkt setzte sich der positive Trend fort. Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahmen erneut zu. Aufgrund der verbesserten Kapazitätsauslastung und der günstigen Konjunktur ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist weiter rückläufig. Im März waren 3,2 Millionen Personen bei den Arbeitsagenturen erwerbslos gemeldet, 350.000 weniger als vor einem Jahr.