Im Handwerk geht es wieder aufwärts. Die wirtschaftlichen Aktivitäten haben sich der aktuellen Konjunkturumfrage der Deutschen Handwerks Zeitung zufolge nach der deutlichen Abschwächung zu Jahresbeginn spürbar beschleunigt.
Kräftige Frühjahrsbelebung
Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Handwerks haben sich nach der deutlichen Abschwächung zu Jahresbeginn wieder spürbar beschleunigt. Neben saisonalen Einflüssen waren hierfür witterungsbedingte Nachholeffekte und konjunkturelle Erholungstendenzen in einigen Handwerksbranchen verantwortlich. Vor diesem Hintergrund hat sich die Stimmung in den Betrieben sichtlich aufgehellt. Der Geschäftsklimaindex schnellte um acht auf 80 Punkte und lag damit auch sehr viel höher als im Vorjahr.
Die Beschäftigung wurde infolge des Frühjahrsaufschwungs wieder ausgeweitet. Die Zunahme hielt sich aber in Grenzen, da zuvor trotz des sehr harten und schneereichen Winters erstaunlich wenig Mitarbeiter entlassen wurden. Darüber hinaus bestand angesichts noch ausreichender Kapazitätsreserven vorerst kein Anlass, verstärkt Mitarbeiter einzustellen. Ende Juni lag der Personalbestand zwar noch um etwa ein Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt aber, dass sich der Rückstand tendenziell verringert.
Die Betriebsauslastung ist im Laufe des Berichtszeitraums vor allem aus jahreszeitlich bedingten Gründen wieder spürbar von 67 auf 76 Prozent gestiegen. Am stärksten verbesserte sich dabei erwartungsgemäß der Nutzungsgrad im Baugewerbe. Das Vorjahresniveau (74 Prozent) wurde ebenfalls eindeutig übertroffen, was die konjunkturellen Besserungstendenzen im Handwerk unterstreicht.
Die Nachfrage gewann seit April ebenfalls merklich an Dynamik. Hauptgründe hierfür waren sowohl saisonale Einflüsse als auch witterungsbedingte Aufholeffekte. In einigen Branchen haben auch konjunkturelle Auftriebskräfte eine Rolle gespielt. Dagegen hatte das Kraftfahrzeuggewerbe nach wie vor mit massiven Nachfrageausfällen zu kämpfen, da wegen der Abwrackprämie zahlreiche Käufe ins Jahr 2009 vorgezogen wurden. Die konsumnahen Handwerkszweige registrierten ein stabiles Kaufinteresse. Insgesamt betrug die Auftragsreichweite des Handwerks zur Jahresmitte ca. 1,4 Monate.
Die Umsätze haben nach dem heftigen Rückgang zu Jahresbeginn im Laufe des Berichtsquartals kräftig angezogen. Vor allem das Baugewerbe hat dank konjunktureller Einflüsse, nachgeholter Aufträge sowie staatlicher Förderprogramme hierzu wesentlich beigetragen. Auch die Zulieferer kommen schneller als erwartet aus der Krise und verbuchen wieder leichte Zuwachsraten. Andererseits musste das Kraftfahrzeuggewerbe erneut erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Alles in allem blieb der Halbjahresumsatz des Handwerks aber hinter dem Vorjahresergebnis zurück.
Die Investitionstätigkeit ließ – von einem niedrigen Niveau ausgehend – einen moderaten Aufwärtstrend erkennen, wobei Ersatzbeschaffungen im Vordergrund standen. Nach vorläufigen Berechnungen waren die Investitionsausgaben in den ersten sechs Monaten etwas höher als vor Jahresfrist.
dhz
