Fonds versprechen auch in Krisenzeiten gute Rendite. Dabei besonders günstig: die Vermittlerdienste von Fondsshops nutzen. Trotzdem gilt: immer genau hinschauen.
Wegen sinkender Zinsen gilt wieder verstärkt, was auch in der kurzen Hochphase nie ganz falsch war: Wer sich langfristig einen höheren Ertrag wünscht, kommt am Kapitalmarkt nicht vorbei. Dabei besonders effektiv: Fonds.
Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen, erläutert Jutta Kiffe, Teamleiterin bei Fonds-Super-Markt, "erweisen sich Fondssparpläne als eine geeignete Strategie, um langfristig von Schwankungen zu profitieren und Vermögen aufzubauen." Zumal sie Kleinanlegern ermöglichen, in viele verschiedene Wertpapiere zu investieren – und damit das Risiko zu minimieren, wie Marco Diemer, Geschäftsführer der AAV Fondsvermittlung, ergänzt. "Wer einzeln anlegt, kann schlicht nicht so breit streuen." Gleichzeitig ist das Geld sicher, denn Fonds gelten als Sondervermögen. Zudem unterliegen Fondsgesellschaften in Deutschland strengen Transparenzregeln.
Immer genau hinschauen
Dennoch gilt auch beim Fondssparen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Denn bevor Anleger mit einem Investmentfonds überhaupt ins Plus kommen, müssen die Kaufkosten ausgeglichen werden. Und die sind gar nicht gering. Bis zu sieben Prozent der Anlagesumme kann alleine das Agio betragen, das ist der Ausgabeaufschlag, der einmalig beim Kauf von Anteilen fällig wird. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro sind das immerhin 700 Euro. Darüber hinaus können Depot- und Transaktionskosten fällig werden.
Wobei gilt: Welche Kosten in welcher Höhe entstehen, hängt maßgeblich davon ab, wo und wie man den Fonds erwirbt. Das wiederum korreliert stark mit dem Beratungsbedarf.
Discountvermittler am günstigsten
Am günstigsten für den Anleger sind sogenannte Discountvermittler, die wie auch AAV oder Fonds-Supermarkt weitgehend auf Beratung verzichten und einen Großteil ihres Geschäftes online erledigen. Ein Geschäftsmodell, das seit der Jahrtausendwende immer mehr an Fahrt gewinnt. AAV gehört zu den Ersten, die mit dem Discountmodell ins Internet gingen. Mittlerweile gibt es mehrere Dutzend Anbieter.
Die Discount-Vermittler haben keine eigene Banklizenz, wie Diemer erläutert, sondern arbeiten mit Fonds- oder Depotbanken wie Comdirect oder FNZ Bank (vormals Ebase) zusammen. Sie sind somit nur die Verbindungsstelle zu den Kapitalanlegern. Die Abwicklung erfolgt direkt über die Fondsbank, bei der der Anleger ein Depot hat. Vieles erledigt der Kunde selbst. Damit wird klar, so Diemer: "Wer bei der Anlage lieber an die Hand genommen werden möchte, wird bei uns nicht glücklich."
Selbst ist der Anleger
Wer allerdings keine Scheu hat und sich zutraut, selbst zu entscheiden, welchen Fonds er kaufen und wie lange er ihn halten will, der fährt bei Discountern besser. Wie die Banken verdienen die Online-Fondsvermittler zwar auch über die sogenannten Bestandsprovisionen. Sie verzichten aber in der Regel nicht nur auf den Ausgabeaufschlag, sie gewähren auch bis zu 100 Prozent Bonus bei Umschichtungen. Ein Punkt, der nicht zu unterschätzen ist. So entstehen keine Kosten, wenn ein Fonds in der Bewertung abrutscht und ausgetauscht werden soll.
Zudem ermöglichen Fondsshops es standardmäßig, dass Ertragserlöse sofort wieder angelegt werden. Darüber hinaus haben die Shops auch eine größere Auswahl an Fonds. Denn die Banken arbeiten oft mit eigenen oder mit großen Fondsgesellschaften zusammen und haben somit ein deutlich eingeschränktes Portfolio.
Nicht überall die gleiche Auswahl
Doch bei aller Gemeinsamkeit: Auch Fondsshop ist keineswegs gleich Fondsshop. So gibt es zum Beispiel längst nicht überall die gleiche Auswahl an Aktien-, Renten-, Misch-, Immobilien-, Rohstoff- oder Geldmarkt- und Branchenfonds. Und auch wer Kriterien wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung hochhalten will, stößt nicht selbstverständlich auf viele Offerten. Die Discounter arbeiten sowohl mit verschiedenen als auch mit unterschiedlich vielen Fondsbanken zusammen, was die Produktauswahl beeinflusst.
Für potenzielle Interessenten heißt das: Immer vorab genau zu schauen, mit welchen Banken der Anbieter kooperiert. Auch Verbraucherschützer empfehlen immer einen sehr genauen Blick auf die Website. Nicht nur die einzelnen Fonds sollten aufgelistet sein, sondern auch die möglichen Depotvarianten.
Deutliche Unterschiede bei den Gebühren
Auch bei den Gebühren fanden Tester von Stiftung Warentest oder der Finanzzeitschrift "Euro" in den letzten Jahren deutliche Unterschiede. So wird oft damit geworben, dass auch auf die Depotgebühr verzichtet wird. Mitunter gilt dies aber nur, wenn auch die Depotbank verzichtet. Zudem hängt der Erlass der Depotgebühren oft von der Höhe der Anlage ab. Die meisten Anbieter verlangen 10.000 bis 25.000 Euro Mindestsumme. Beim Fonds-Super-Markt etwa reichen dagegen schon 1.500 Euro, wie Kniffe erläutert. Und auch zusätzliche Gebühren werden erhoben, wie beispielsweise Transaktionskosten, die auch schon mal 0,3 Prozent betragen können.
Zudem gibt es Vermittler, die zumindest Teile der Bestandsprovision erstatten, dafür aber nicht auf die Depotgebühr verzichten. Hier gilt es, genau nachzurechnen, welche Erstattungsvariante von Vorteil ist.
Bei der Auswahl eines Online-Fondsvermittlers sollte auch eine Rolle spielen, welche Produkte sonst noch erworben werden können. Richtig verdienen können Fondsshops nur an aktiv gemanagten Fonds. Daher haben manche Shops ETFs beispielsweise gar nicht im Angebot. Und auch der Abschluss von Riester-Sparplänen oder vermögenswirksamen Leistungen ist nicht überall möglich.
"Der Vermittler muss zum Kunden passen", sagt Diemer. Und Wettbewerberin Kiffe weist auf die Servicequalität hin. Im Vorfeld testen, ob und wie schnell jemand erreichbar ist – und letztlich wie kompetent. Gute Vermittler sehen sich als Dienstleister. "Hakt es irgendwo im Prozess", so Kiffe, "sollte Unterstützung selbstverständlich sein."


