Hohe Ausgaben, sinkende Nachfrage Kostendruck: Immer mehr Brauereien schließen

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist erneut gesunken. Schon in den vergangenen fünf Jahren zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab. 2024 ging es mit Nachdruck weiter. Aufgeben müssen auch Traditionsbetriebe – genauso wie Neugründungen aus der Craftbier-Bewegung. Das steckt dahinter.

Brauereien schließen
Brauereien schließen: Der hohe Kostendruck macht Gründern genauso zu schaffen wie traditionellen Familienbetrieben. - © Lubos Chlubny - stock.adobe.com / mit KI generiert

Die Corona-Pandemie war einschneidend für die Brauereien in Deutschland. Herrschte davor eine wahre Gründungswelle, so ist diese bis heute abgeebbt. Der Trend hat sich ins Gegenteil gekehrt. Denn allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Brauereien um sechs Prozent gesunken. 93 Betriebe mussten seither aufgegeben. Allein 2024 waren es 52 Brauereien.

Der starke Anstieg bis zum Beginn der Pandemie war in der Craftbier-Bewegung begründet. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds (DBB), der als Dachverband die deutsche Brauwirtschaft vertritt, gab es damals eine regelrechte Gründungswelle. Handwerkliches Brauen war von großem Interesse und ließ die Zahlen der kleinen Betriebe stark ansteigen – insgesamt um mehr als 250 Betriebe seit 1994.

Aktuell ist davon nichts mehr zu spüren. Gründungen sind inzwischen sehr viel seltener geworden. "Existenzgründern fehlt – wie der ganzen Wirtschaft – die Planungssicherheit", teilt der DBB auf Anfrage mit. Bei den Betriebsaufgaben sieht der Verband jedoch etwa gleich viele Gründer wie alte Familienbetriebe.

Brauereien leiden unter Preissteigerungen und hoher Inflation

Denn all diese Betriebe kämpfen mit einem hohen Kostendruck. Und dieser hält seit Jahren an –ebenso der sinkende Bierkonsum in Deutschland. So machen den Brauereien einerseits gestiegene Kosten – besonders was die Energie betrifft – zu schaffen, als auch eine Nachfrage, die unter anderem durch eine schlechte Verbraucherstimmung und die hohe Inflation gedämpft ist. "Die meisten der betroffenen Betriebe haben mehrere ertragsschwache Jahre hinter sich, die Reserven sind aufgezehrt", beschreibt Christian Weber, DBB-Präsident die Situation. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise hätten der gesamten Branche stark zugesetzt. 2024 habe sich die Situation zusätzlich verschärft, denn was sich auch bei Gastronomie und Handel zeigte, sei auf das Geschäft der Brauereien durchgeschlagen.

Mit Blick auf die schwierige Gesamtlage appelliert der DBB an die künftige Regierungskoalition allen Vorhaben Abstand zu nehmen, die mit weiteren Belastungen für die Wirtschaft verbunden sein könnten. Seine Forderungen hat der Verband in einem 10-Punkte-Plan zusammengefasst. Dieser umfasst Themen wie sichere und bezahlbare Energie, Bürokratieabbau, Werbefreiheit, Unterstützung der Gastronomie und Förderung des klimafreundlichen Mehrwegsystems. jtw