Eine regelmäßige Wartung der Autoreifen wirkt sich für den Fahrer nicht nur kostensparend aus, sondern erhöht zugleich die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs. Tipps und Tricks zum Spritsparen.
Korrekter Reifendruck spart Sprit, schont Umwelt und verleiht Sicherheit
Schlappe Reifen mit zu niedrigem Fülldruck verformen sich stärker als notwendig und haben deshalb einen höheren Rollwiderstand. Folge: Der Kraftstoffverbrauch steigt. Zudem verringert sich die Reifenlebensdauer, und die Bremswege werden länger. Die Sachverständigenorganisation GTÜ in Stuttgart rät deshalb zu regelmäßiger Reifendruckkontrolle. "Korrekte Werte sparen Treibstoff, verringern damit auch die CO2-Emission und sorgen für Fahrsicherheit", betont GTÜ-Fachmann Ulrich Kröner.
"Was kaum ein Autofahrer weiß: Reifen sind mit bis zu einem Viertel ganz wesentlich am Kraftstoffkonsum eines Fahrzeugs beteiligt", schildert Kröner den technischen Zusammenhang: "Verantwortlich dafür ist vor allem der sogenannte Rollwiderstand, der durch die Reifenverformung entsteht. Das heißt, dass die Reduzierung des Rollwiderstandes der Reifen signifikant zur Verbrauchsminderung beitragen kann."
Der Pkw-Reifen sinkt durch das Fahrzeuggewicht im Bereich der Aufstandsfläche 10 bis 15 Prozent ein und passt sich der Straße an. Der Laufstreifen verändert also seine runde Form und wird flach. Die damit zwangsläufige Formänderung beim Abrollen ist nur gegen Widerstand – Rollwiderstand – möglich und verbraucht Antriebsenergie, die in Wärme umgesetzt wird. Der Reifen erhitzt sich deshalb auch beim Fahren.
Werden die korrekten Fülldruckwerte nicht eingehalten, sinkt der Reifen noch stärker ein. Rollwiderstand und Erwärmung nehmen zu. "Das kann bis zu einem gefährlichen Reifendefekt führen", mahnt Kröner. Ein Minderdruck von nur 0,2 bar erhöhe den Verbrauch um rund ein Prozent; bei 0,4 bar sind es schon zwei Prozent; und bei 0,6 bar unter dem empfohlenen Wert in der Betriebsanleitung steigt der Kraftstoffkonsum um etwa zusätzliche vier Prozent.
Auch kurze Fahrstrecken mit kalten Reifen sind mit hohem Rollwiderstand und damit Mehrverbrauch verbunden. Erst nach etwa 30 Minuten Fahrtdauer erreichen Reifentemperatur und Rollwiderstand den Normalwert.
Erschwerend kommt bei abnehmendem Fülldruck ein finanzieller Effekt hinzu: Die Lebensdauer der Reifen wird reduziert. Bei nur 0,3 bar Minderdruck verringert sich die Laufleistung schon um 30 Prozent. Überdies verlängern sich die Bremswege. Damit wird auch die Fahrsicherheit beeinträchtigt.
Deshalb empfehlen Fachleute, den Reifenfülldruck im Abstand von maximal vier Wochen zu kontrollieren. Im Interesse eines geringen Rollwiderstandes kann der jeweils vorgeschriebene Reifendruck um bis zu 0,3 bar überschritten werden. Eine weitere Drucksteigerung brächte nur Nachteile bei Komfort, Abrieb und Fahrverhalten.
Der Einfluss des Reifenrollwiderstandes auf den Verbrauch gilt aber nicht nur für Pkw, sondern für alle Fahrzeuge, Motorisierungen und Einsatzbedingungen. Diese Fakten sind auf alle Reifen übertragbar. Nach Schätzungen der niederländischen Energieagentur Novem könnte man die Umwelt in Europa jährlich um 26 Millionen Tonnen CO2 entlasten, wenn nur der Reifenfülldruck aller Pkw korrekt eingestellt wäre.
Norbert Michulsky/ddp
