Kooperationsformen im Handwerk Wenn sich Betriebe zusammentun

Für Handwerker gibt es zahlreiche Kooperationsformen – von lockerer Zusammenarbeit bis zu Arbeitsgemeinschaften von Firmen unterschiedlicher Branchen. Der Weg zur erfolgreichen Kooperation.

Handwerksbetriebe können von Kooperationen mit anderen Unternehmen profitieren. - © Foto: Andreas Karelias/fotolia

Manche reizvolle Aufträge sind für kl eine Handwerksbetriebe oft kaum zu stemmen, die Zusammenarbeit mit an deren Firmen kann das än dern. Doch sie können nicht nur dann von Kooperationen mit an deren Handwerkern profitieren. So können beispielsweise Kooperationen die Wirt schaftlichkeit von Betrieben steigern, Auftrags- und Kapazitäts schwankungen ausgleichen und den K unden einen b esseren Service bieten.

" Kooperationen lohnen sich immer dann, wenn zusätzliche Aufträge herausspringen o der Betriebe kostendecken der arbeiten können, erläutert Michael St einert, Betriebsberater bei der Handwerkskammer Wi esbaden." In Bereichen in denen ma schinenintensiv gearbeitet wird, die Geräte aber nicht voll ausgelastet laufen, kann die Zusammenarbeit beispielsweise nützlich sein. Gerade für Existenzgrün der sind solche Kooperationen oft reizvoll.

Klare Absprachen treffen

Auch die Zusammenarbeit zwi schen unter schiedlichen Gewerken für b estimmte Projekte kann sich lohnen. Denn Auftraggeber ent scheiden sich häufig für den Anbieter, bei dem sie "all es aus einer Hand" bekommen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Einkaufsgemein schaften zu gründen. Hierdurch können sich für Betriebe finanzielle Vorteile ergeben.

Nicht immer müssen Handwerksbetriebe die Zusammenarbeit auch formal regeln. Häufig werden Dinge nur mündlich abg esprochen, gerade wenn es um einmalige, kurzfristige Kooperationen geht. "Je intensiver man zusammenarbeitet, d esto mehr sollte schriftlich f estgehalten werden", rät St einert aber.

Betriebe sollten sich gut überlegen, auf was sie sich einlassen. Folgen d es sollte immer abg esprochen sein:
  • Umgang mit Reklamationen
  • Umgang mit K unden
  • Wie viel Engagement bringen die Partner jeweils in die Kooperation ein
  • Höhe d es Haftungsanteils
  • Regeln zur Vorfinanzierung
  • Aufteilung d es Gewinns

Häuft sich die Zusammenarbeit o der erstellt man gemeinsam Angebote, könnten Betriebe auch über die Gründung einer gemeinsamen Firma, wie einer Arbeitsgemein schaft o der GbR nachdenken.

Richtige Rechtsform finden

Bevor man sich für eine Rechtsform ent scheidet, sollten die Partner Ziele, Leistungsangebot, strategi sche Ausrichtung, organisatori sche Rahmenbedingungen und die Personalausstattung f estlegen und das in einem Kooperationsvertrag f esthalten. Das beeinflusst in w esentlichem Maße welche Rechtsform sich eignet.

Denn hier haben Kooperationen Auswahl. Zu unter scheiden sind Personeng esell schaften (GbR, OHG, KG), Kapitalg esell schaften (GmbH, AG, Ltd.), Mi schformen (GmbH &Co. KG), sowie e.V., eG und EWIV. Die ver schiedenen Rechtsformen sind mit unter schiedlichem bürokrati schem Aufwand verb unden. Je nach dem, was die Partner mit der Kooperation vorhaben,lohnt sich eine an dere Rechtsform. Aus schlaggebend für die Wahl ist zudem ein vorge schrieben es Min d estkapital. Bei der AG sind das zum Beispiel 50.000 Euro, bei der GmbH 25.000 Euro und bei der Mini-GmbH reichen einer bis 25.000 Euro

Zu beachten sind auch Kriterien wie Haftung und Wachstumsmöglichkeiten. Bei der GbR hat beispielsweise ein G esell schafterwechseln gr undsätzlich die Auflösung der G esell schaft zur Folge. Die Kriterien müssen daher in ihrer G esamtheit betrachtet werden, um ent scheiden zu können, welche Rechtsform die richtige für die Kooperation ist. sch

Vom B un d eswirt schaftsministerium und der Fachhoch schule d es Mittelstands gibt es eine Checkliste für Handwerksbetriebe , die Kooperationen anstreben .