Die Konsumstimmung der deutschen Verbraucher ist so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Konsumstimmung fällt auf Fünf-Jahres-Tief
Der sogenannnte Konsumklimaindex für August reduzierte sich von 3,6 Punkten im Juli auf 2,1 Punkte für August und erreicht damit den niedrigsten Stand seit Juni 2003, teilte das Marktforschungsinstitut GfK mit. Experten waren durchschnittlich von einem weniger starken Rückgang auf 3,5 Punkte ausgegangen.
Hintergrund für die eingetrübte Konsumstimmung ist den Angaben zufolge das Wiederaufflammen der Finanzmarktkrise und die damit verbundenen Sorgen vor einer Rezession. Zudem überlagerten Inflationsängste infolge neuer Höchstwerte bei den Energiepreisen die positiven Impulse aus der Beschäftigungsentwicklung und den guten Tarifabschlüssen. Daher seien alle drei Teilindizes des Konsumklimaindizes, die Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie die Anschaffungsneigung, zurückgegangen.
Bankvolkswirte sagten, die deutschen Verbraucher seien offenbar bereits in erhöhter Rezessionsstimmung. Zusammen mit dem in vergangenen Woche veröffentlichten schwachen Ifo-Geschäftsklimaindex zeigten die Daten, dass vor allem die derzeit hohe Inflation drohe, den Abschwung weiter zu verstärken, da die Haushaltseinkommen bechnitten würden, erklärte Carsten Brzeski von ING Bank. Die guten Zeiten seien endgültig vorbei, "die deutsche Wirtschaft ist dabei, in ein rezessionsähnliches Szenario abzurutschen".
Alexander Koch von UniCredit meinte, dass nach den jüngsten schwachen Einzelhandelsdaten wohl mit einem negativen Beitrag des privaten Verbrauchs zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gerechnet werden muss. Die jüngsten Entwicklungen würden zudem darauf hindeuten, dass der private Verbrauch auch im zweiten Halbjahr kaum die notwendige Rolle als Wachstumslokomotive einehmen könne. "Die nächste Verbraucherrezession wartet bereits", sagte Koch.
Der monatliche GfK-Konsumklimaindikator basiert auf rund 2.000 Verbraucherbefragungen. Die Studie wird seit 1980 erhoben.
ddp