Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft setzte sich laut dem DHZ-Konjunkturspiegel im dritten Quartal fort, allerdings nicht mehr so rasant wie im Frühjahr, als vor allem Nachholeffekte für einen außerordentlichen Wachstumsschub sorgten.
Konsumnachfrage zieht an
Insgesamt hat sich die Basis des Aufschwungs verbreitert und gefestigt. 2010 wird das Bruttoinlandsprodukt laut Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute um 3,5 Prozent wachsen.
Die privaten Konsumausgaben sind weiter gestiegen. Die Kaufbereitschaft der Verbraucher wurde durch die anhaltend günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt, steuerliche Entlastungen sowie das ruhige Preisklima stimuliert. Zudem sehen die Arbeitnehmer wegen des Konjunkturaufschwungs realistische Chancen auf steigende Einkommen.
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen war zu Beginn der zweiten Jahreshälfte von Erholungstendenzen geprägt, wenngleich die Dynamik zuletzt nachgelassen hat. Das inländische Bestellvolumen von Ausrüstungsgütern lag im Juli und August insgesamt um vier prozent über dem Vorjahresniveau.
Die Exporte wiesen gegenüber den Vorjahreswerten nach wie vor hohe Zuwachsraten auf. Für den Zeitraum Juli/August ergab sich ein Ausfuhrplus von 22 Prozent. Im Jahresverlauf nahm die Dynamik zwar ab, die Auftragseingänge und die ifo-Exporterwartungen signalisieren aber weiterhin eine positive Tendenz. Für das gesamte Jahr 2010 gehen die Fachleute von einem Anstieg der Ausfuhr um etwa 15 Prozent aus.
Das Preisklima auf der Verbraucherstufe verlief während der Sommermonate in ruhigen Bahnen. Im September ermittelte das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Lebenshaltungskosten um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Maßgeblich waren Verteuerungen bei Mineralölprodukten und Nahrungsmitteln. Die Kerninflationsrate – ohne Berücksichtigung dieser beiden Gütergruppen, die zusammen knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte umfassen – betrug 0,7 Prozent.
Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich weiter gebessert. So nahm die Erwerbstätigkeit – vor allem durch die Erhöhung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – erneut zu. Parallel dazu sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gesunken. Die Kurzarbeit entlastet immer noch den Arbeitsmarkt, hat aber erheblich an Bedeutung verloren. Im September waren 3,03 Millionen Personen arbeitslos gemeldet, 315.000 weniger als im Jahr zuvor. Damit fiel die Arbeitslosenquote auf 7,2 Prozent.