DHZ-Konjunkturspiegel Konsumgüterhandwerk stabil

Branchenspiegel: Umsatz etwa auf Vorjahresniveau.

Konsumgüterhandwerk stabil

Baugewerbe: Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe zeigte auch im Schlussquartal 2009 leichte Besserungstendenzen. Er legte im Oktober und im November gegenüber den Vorjahresmonaten preisbereinigt um 0,7 bzw. um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Nachfrage stieg – nicht zuletzt dank der milliardenschweren Konjunkturpakete – aber nur im Tiefbau. Das Ordervolumen im Hochbau ist dagegen erneut gesunken. Ursächlich für diese Abnahme waren ausschließlich die rückläufigen Bestellungen der Unternehmen für neue Fabrik- und Bürogebäude. Denn im Wohnungsbau hat sich – von niedrigem Niveau ausgehend – seit einigen Monaten ein moderater Aufwärtstrend herausgebildet. Gestützt wurde der Wohnungsbau weiterhin von der stabilen Nachfrage nach Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Die Stabilisierungstendenzen in der Baukonjunktur spiegeln sich auch in den neuesten Umfrageergebnissen des Bau- und Ausbauhandwerks wider, die mehrheitlich knapp über den entsprechenden Vorjahreswerten lagen.

Handwerk für gewerblichen Bedarf: Der Maschinenbau steckt nach wie vor im Konjunkturtief. Hohe Umsatzverluste, sinkende Beschäftigung und niedrige Auslastung prägen immer noch die wirtschaftliche Lage der Branche. Die Auftragseingänge sind im November zum 14. Mal in Folge gesunken. Nach Angaben des Fachverbandes (VDMA) betrug das Minus zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser Wert war aber merklich besser als die Veränderungsraten in den Monaten zuvor, als Einbrüche von fast 60 Prozent zu beklagen waren. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Entwicklung als Bodenbildung und Beginn einer Stabilisierungsphase zu interpretieren. Die Landmaschinenmechaniker meldeten erneut einen schleppenden Geschäftsverlauf. Darauf deuten auch die Traktorenzulassungen für November hin, die 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen.

Kraftfahrzeuggewerbe: Der Neuwagenhandel ließ auch nach dem Auslaufen der Abwrackprämie über weite Strecken des Berichtszeitraumes kaum Ermüdungserscheinungen erkennen. Erst im Dezember rutschten die Zulassungen unter den Vorjahresstand (4,6 Prozent). Im Jahr 2009 schnellte aufgrund der staatlichen Förderung die Verkaufszahl neuer Autos um 23,2 Prozent auf 3,81 Millionen hoch. Vor allem das Kleinwagensegment legte enorm zu. Andererseits gab es in der oberen Mittelklasse und im Premiumsegment deutliche Einbußen. Der Gebrauchtwagenmarkt verlief dagegen in erheblich ruhigeren Bahnen. Die Besitzumschreibungen für Autos sind im abgelaufenen Jahr um 1,6 Prozent gesunken. Der Abwrackboom hatte auch Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenhandel. So sind das Angebot und die Vielfalt an günstigen Einstiegsautos der Klein- und Kompaktwagenklasse geringer geworden. Der Servicebereich zeigte sich weitgehend konstant, zumal im Jahresendquartal gewisse Saisoneffekte für eine leichte Auftragsbelebung sorgten.

Lebensmittelhandwerke: Die Geschäftsentwicklung von Bäckern und Metzgern präsentierte sich – wie bereits in den Vorquartalen – in recht stabiler Verfassung. Zum einen ist die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln generell ziemlich konjunkturrobust. Zum anderen gehen von der bislang moderaten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und der ruhigen Preisfront keine größeren Dämpfungseffekte aus. Allerdings melden die Metzgereien, dass die Kunden in letzter Zeit häufiger auf preisgünstigere Teilstücke oder Sorten ausweichen. Mehr Sorgen als das konjunkturelle Umfeld dürfte den Nahrungsmittelhandwerkern der zunehmende Wettbewerbskampf auf dem Back- und Fleischmarkt bereiten, der insbesondere von den Discountern sehr aggressiv geführt wird.

Gewerbe für privaten Bedarf: Die Gesundheitshandwerke verzeichneten von Oktober bis Dezember einen insgesamt ruhigen Geschäftsverlauf. Sie dürften wieder knapp über dem Vorjahresniveau liegende Umsätze erzielt und sich damit von dem allgemeinen Wirtschaftseinbruch weitgehend abgekoppelt haben. Dementsprechend blieb die Beschäftigtenzahl binnen Jahresfrist praktisch unverändert. Innerhalb der Gesundheitsbranche verbuchten die orthopädietechnischen Betriebe die besten Ergebnisse. Begründet wird dies hauptsächlich mit der demografischen Entwicklung. Auch die Friseure bekamen die Auswirkungen der Rezession bislang nur in relativ geringem Ausmaß zu spüren. Die Einnahmen erreichten zuletzt annähernd das Ergebnis von vor einem Jahr.

dhz