Die Stimmung der Verbraucher tritt nach ihrem Steigflug der vergangenen vier Monate im Oktober auf der Stelle. Zwar rechnen angesichts der nach wie vor guten Zahlen vom Arbeitsmarkt erneut mehr Menschen als im Vormonat mit einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung. Allerdings erwarten laut GfK-Geschäftsklima gleichzeitig weniger, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben.
Konsum stagniert
Auch die Kauflaune trübte sich wieder ein. Für November rechnen die GfK-Forscher mit einem unveränderten Konsumklimaindex von 4,9 Zählern.
"Das Konsumklima verläuft im Moment in ruhigen Bahnen", beschreibt GfK-Autor Rolf Bürkl. Nach vier Anstiegen in Folge lege der Index eine Verschnaufpause ein. Die Rahmenbedingungen wie die niedrige Inflation und der robuste Arbeitsmarkt ließen aber hoffen, dass die gute Verbraucherstimmung bis zum Jahresende anhalte. Sollte die Zahl der Arbeitslosen - wie erwartet - im Oktober oder November auf unter drei Millionen sinken, wäre dies ein weiteres psychologisch wichtiges Signal für die Verbraucher. "Das würde bedeuten, dass ihre Angst vor Arbeitslosigkeit weiter schwindet", erläutert Bürkl. Die Verbraucher wären dann auch wieder bereit, mehr Geld für größere Anschaffungen auszugeben.
Damit halten sie sich derzeit nämlich wieder zurück: Nach seinem Zuwachs im Vormonat verlor der Index der Anschaffungsneigung im Oktober 8,2 auf 22,5 Zähler. Die schlechtere Kauflaune sei vor allem auf die gesunkene Einkommenserwartung zurückzuführen, heißt es in der GfK-Studie. Angekündigte Anhebungen der Strompreise sowie die von den Kommunen in Aussicht gestellte deutliche Erhöhung der Abgaben und Gebühren ließen weniger Menschen als im Vormonat mit einer Verbesserung ihrer persönlichen Einkommenssituation rechnen. Nach seinem Zehn-Jahres-Hoch im Vormonat verlor der entsprechende Index im Oktober 9,2 auf 36 Punkte. Er liegt damit aber immer noch deutlich über seinem Vorjahreswert von 12,9 Zählern.
Zulegen konnte dagegen der Index der Konjunkturerwartung: Dank der nach wie vor guten Zahlen vom Arbeitsmarkt und des Rückgangs der Kurzarbeit glaubten die Verbraucher weiterhin an einen deutlichen Aufschwung in den nächsten Monaten. Der Indikator legte zum fünften Mal in Folge zu, und zwar um 2,5 auf 56 Punkte. Vor einem Jahr lag er bei 8,7 Zählern.
Für die Prognose befragt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der EU-Kommission monatlich rund 2.000 Verbraucher. Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden am 23. November veröffentlicht.
dapd