Arbeitsmarkt Konjunkturrisiken nehmen zu

Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich nach dem Dämpfer im 2. Quartal zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wieder merklich beschleunigt.

Allerdings belasten die Schuldenkrise und die globale Konjunkturabschwächung zunehmend die deutsche Wirtschaft, so die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten. Im 4. Quartal rechnen sie daher mit einem geringfügigen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Für das Jahr 2012 erwarten sie nur noch einen Zuwachs von 0,8 Prozent – nach 2,9 Prozent im Jahr 2011.

Schuldenkrise dämpft Kaufbereitschaft

Der private Verbrauch dürfte sich in den Berichtsmonaten wieder erholt haben, nachdem er im 2. Quartal zur Schwäche neigte. Maßgebliche Stütze für die Verbrauchskonjunktur ist die gute und weiterhin stabile Arbeitsmarktlage. Andererseits dämpft die anhaltende EU-Schuldenkrise und die damit verbundene Verunsicherung der Bundesbürger deren Kaufbereitschaft.

Die Investitionstätigkeit der gewerblichen Wirtschaft blieb von den gegenwärtigen Sorgen nicht unbeeinflusst. Bislang hielten sich aber die Dämpfungseffekte in engen Grenzen. Der Auftragseingang für Investitionsgüter lag auch zu Beginn des 3. Quartals noch eindeutig über Vorjahresniveau.

Auslandsumsätze knacken eine Billion Euro

Der Export hat an Fahrt verloren. Die Warenausfuhr nahm im Juli und August mit 9,2 Prozent weniger stark zu als noch im 1. Halbjahr (plus 15,7 Prozent). Für den weiteren Jahresverlauf signalisieren die Frühindikatoren eine weitere Abschwächung. Im Jahr 2011 dürften die Auslandsumsätze aber immerhin noch um rund zehn Prozent zulegen und damit erstmals die Grenze von einer Billion Euro knacken.

Das Preisklima blieb in den letzten drei Monaten angespannt. Die Inflationsrate stieg von 2,3 auf zuletzt 2,6 Prozent und damit auf ein Dreijahreshoch. Preistreiber waren Energieprodukte. Die Verbraucher mussten im September für leichtes Heizöl und Kraftstoffe 23,8 und 13,9 Prozent mehr bezahlen als vor Jahresfrist Die Rate lag weiter klar über der Zwei-Prozent-Marke, die von der Europäischen Zentralbank als kritische Grenze für die Geldwertstabilität angesehen wird.

Der Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind saisonbereinigt abermals gestiegen und liegen somit deutlich über dem entsprechenden Vorjahresstand. Andererseits ist die Arbeitslosigkeit weiter gesunken: Im September waren somit noch knapp 2,8 Millionen Personen erwerbslos gemeldet – 231.000 weniger als vor Jahresfrist.