Handwerkswirtschaft: Umsätze unter Vorjahresniveau
Konjunkturerholung stockt
Die konjunkturelle Entwicklung im Handwerk in Deutschland hat sich weiter abgeschwächt. Korrespondierend dazu ist auch das Stimmungsbarometer in den befragten Betrieben erneut gesunken.
So rutschte der Geschäftsklimaindex zum Jahreswechsel 2007/2008 von zuletzt 77 auf 73 Punkte ab. Die Vorjahreshöhe wurde damit ebenfalls unterschritten.
Die nachlassende Konjunkturdynamik belastet seit einigen Monaten auch die Beschäftigtenentwicklung. So ist der Personalaufbau in den meisten Branchen zum Stillstand gekommen. Darüber hinaus haben in den letzten Wochen jahreszeitlich bedingte Einflüsse zu einer Verringerung der Belegschaft geführt. Hauptsächlich im Bau- und Ausbaugewerbe kam es zu den saisontypischen Entlassungen.
Zum Ende des Berichtszeitraumes lag der Personalbestand des Gesamthandwerks etwa wieder auf Vorjahreshöhe.
Die Auslastung der Betriebe ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorquartal in erster Linie aus saisonalen Gründen von 75 auf 73 Prozent gefallen. Die Handwerker konnten damit ihre Produktions- und Leistungskapazitäten in deutlich geringerem Ausmaß nutzen als im entsprechenden Vorjahresquartal. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen eine Folge der konjunkturellen Abschwächung im Handwerk.
Die Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Dienstleistungen hat in den vergangenen Monaten weiter an Schwung verloren.
Knapp 40 Prozent der Betriebe erhielten im Berichtszeitraum weniger Aufträge als im Quartal zuvor. Das Ausbau- und insbesondere das Bauhauptgewerbe klagen über fehlende Anschlussaufträge im Wohnungsbausektor.
Im Kraftfahrzeuggewerbe und in den konsumnahen Branchen ist die erhoffte Absatzbelebung weitgehend ausgeblieben. Schließlich spürte auch das immer noch boomende Investitionsgüterhandwerk erste Anzeichen einer Verlangsamung des Ordereingangs. Aufgrund dieser abgeschwächten Nachfrageentwicklung ist die Reichweite der Auftragsreserven binnen Jahresfrist von 1,3 auf 1,2 Monate gesunken.
Die Umsätze haben vom 3. auf das 4. Quartal 2007 saisonüblich weiter angezogen. Im Vorjahresvergleich ergab sich jedoch ein kräftiges Minus. Ausschlaggebend hierfür war ein Basiseffekt, weil vor einem Jahr die Verkaufserlöse im Vorfeld der Mehrwertsteueranhebung nach oben geschnellt sind. Vor allem im Baugewerbe und in der Kraftfahrzeugbranche fiel der Umsatzrückgang stark aus.
Die Investitionsbereitschaft der Firmeninhaber hat im Schlussvierteljahr –trotz konjunktureller Abkühlung – wieder etwas zugenommen. Offensichtlich wurden Käufe von Ausrüstungsgütern vorgezogen, um noch in den Genuss der günstigen Abschreibungsbedingungen zu kommen, die bis zum 31. Dezember 2007 befristet waren.