Durch die zunehmende Erholung der weltweiten Konjunktur wird der Einbruch der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr offenbar stärker abgefedert als bislang erwartet. Die aktualisierte Konjunkturprognose der Bundesregierung fällt vermutlich optimistischer aus als im Frühjahr.
Konjunkturerholung mildert erwarteten Wirtschaftseinbruch
Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums wird die Aufwärtsrevision der bisherigen Prognose "nur dazu führen, dass es etwas weniger düster ausfällt". An dem grundsätzlichen Bild einer deutlich rückläufigen Wirtschaftsleistung ändere sich nichts. In ihrer Frühjahrsprognose hatte die Bundesregierung einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Deutschland von 6,0 Prozent vorausgesagt. Zuletzt hatten jedoch sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) einen BIP-Rückgang zwischen 5,0 und 6,0 Prozent angedeutet.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeigte sich angesichts des Kurvenverlaufs bei den Bestellungen optimistisch, "dass die Talsohle beim Auftragseingang endlich erreicht sein dürfte". Im August sanken die Auftragseingänge derweil noch einmal kräftig um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte sich die Weltwirtschaft schneller von den Auswirkungen der Finanzkrise erholen als bislang vielfach erwartet. In seinem aktuellen Weltwirtschaftsbericht rechne der IWF für 2010 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf IWF-Kreise und die Bundesregierung. Bislang sei für 2010 ein Wachstum von 2,5 Prozent
angenommen worden.
Für Deutschland erwarte der Währungsfonds für nächstes Jahr einen BIP-Anstieg von 0,3 Prozent, schreibt das Blatt weiter. Nach der bisherigen Prognose sollte das deutsche BIP noch um 0,4 Prozent schrumpfen. "Die Daten zeigen im Wochenrhythmus nach oben", heiße es zur Begründung. Für 2009 rechneten die IWF-Experten, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland nunmehr um 5,3 Prozent schrumpfen werde, die der Welt um 1,1 Prozent.
Mit Blick auf die schwarz-gelbe Regierungskoalition sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar am Mittwoch, dass es für sie nur darum gehen könne, das Vertrauen in eine durch Eigenverantwortung und Selbstbestimmung geprägte soziale Marktwirtschaft zurückzugewinnen. Zugleich werde sie die sozialpolitische Forderung nach Mindestlöhnen
aufgreifen müssen.
Nach Ansicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) muss die Vermeidung einer Kreditklemme oberste Priorität haben. "Nur Unternehmen, deren Finanzierung gesichert ist, können Arbeitsplätze halten und neue Beschäftigung schaffen", sagte BDA-Präsident Dieter Hundt. Zugleich warnte er vor weiteren Belastungen durch Steuern, Abgaben und Bürokratie.
ddp