Der anhaltende Konjunkturaufschwung sorgt weiterhin für sinkende Insolvenzzahlen. Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) rechnet damit, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr unter die Marke von 30.000 fällt. 2010 hatten die Amtsgerichte 31.998 Firmenpleiten gemeldet.
Konjunkturaufschwung sorgt für sinkende Insolvenzzahlen
Berlin/Wiesbaden (dapd). Der anhaltende Konjunkturaufschwung sorgt weiterhin für sinkende Insolvenzzahlen. Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) rechnet damit, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr unter die Marke von 30.000 fällt. 2010 hatten die Amtsgerichte 31.998 Firmenpleiten gemeldet.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag lagen die Unternehmensinsolvenzen im Februar mit 2.463 Fällen um 3,7 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Im Zeitraum Januar und Februar ging deren Zahl im Jahresvergleich um 6,6 Prozent auf 4.767 zurück.
Abgesehen von dem insgesamt sinkenden Insolvenzrisiko profitierten auch bereits insolvente Unternehmen von der guten Konjunkturentwicklung, sagte der VID-Vorsitzende Siegfried Beck. "Es wird wieder leichter, Investoren für insolvente Unternehmen zu finden", fügte er hinzu. Dadurch verbesserten sich die Chancen für Sanierungen. In langjährig ausgezehrten Branchen, etwa dem Baugewerbe und Teilen des Handels, schreite die Erholung allerdings erst langsam voran.
Einen noch deutlicheren Rückgang gab es im Februar bei den Verbraucherinsolvenzen. Deren Zahl sank den Statistikern zufolge um 5,7 Prozent auf 8.137. Zuletzt waren die Verbraucherinsolvenzen im Oktober 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Im Zweimonatszeitraum Januar/Februar fiel der Rückgang mit 1,9 Prozent auf 16.589 aber deutlich schwächer aus.
Nach den Worten von VID-Chef Beck sorgt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs für große Verunsicherung in der Praxis. Nach der Entscheidung vom 9. Dezember 2010 (AZ: V R 22/10) müssten Umsatzsteuerverbindlichkeiten insolventer Unternehmen künftig vorrangig und in vollem Umfang an den Fiskus gezahlt werden. Der VID halte das Urteil für eine Katastrophe für die Sanierungschancen von Unternehmen, sagte Beck.
dapd