Allgemeine Wirtschaftsdaten: Wachstumsprognosen gesenkt
Konjunktur sackt ab
Die Wirtschaftsentwicklung ist ins Stocken geraten. Das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte im Berichtsquartal saisonbereinigt zum zweiten Mal in Folge gesunken sein. Angesichts der deutlichen Konjunktureintrübung haben die Forschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten das Wirtschaftswachstum für 2008 auf 1,8 Prozent nach unten korrigiert.
Der private Konsum verlief weiterhin ohne Schwung. Die realen Einzelhandelsumsätze waren im Vorjahresvergleich tendenziell weiter rückläufig. Die Kaufbereitschaft der Verbraucher wurde insbesondere durch die hohe Teuerung gedämpft. Zwar lässt der Inflationsdruck allmählich etwas nach, da aber andererseits die Rezessionsgefahr inzwischen erheblich gestiegen ist, bleibt die private Konsumnachfrage vorerst schwach.
Die Ausrüstungsinvestitionen sind seit der Jahresmitte deutlich verhaltener gestiegen als in den vorangegangenen Monaten. Im Wesentlichen ist dies auf die globale Konjunkturabkühlung und die eingetrübten Absatzaussichten im Inland zurückzuführen. Zudem haben sich die Finanzierungsmöglichkeiten verschlechtert.
Die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutschen Unternehmen haben sich wegen des verlangsamten Wachstums der Weltwirtschaft merklich eingetrübt. Im August sind die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,5 Prozent gesunken. Einen so deutlichen Rückgang gab es zuletzt vor fünf Jahren. Auch die Perspektiven sind nicht allzu rosig. Darauf deuten die ifo-Exporterwartungen hin, die im Sommer erstmals seit 2003 das Niveau ihres langjährigen Durchschnitts unterschritten haben.
Das Preisklima hat sich während des Berichtsquartals ein wenig entspannt. Die Teuerungsrate sank im September auf 2,9 Prozent, nachdem sie im Juli mit 3,3 Prozent noch den höchsten Wert seit 15 Jahren erreicht hatte. Maßgeblich für die Abschwächung waren die niedrigeren Notierungen bei Heizöl und Kraftstoffen. Die Jahresraten auf der Verbraucherebene werden zunächst hoch bleiben, weil noch einiger Preisdruck von vorgelagerten Stufen ausgeht.
Der Konjunkturabschwung machte sich am Arbeitsmarkt bisher kaum bemerkbar. So sind im Juli und August die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt weiter gestiegen, die Dynamik hat sich allerdings etwas abgeschwächt. Gleichzeitig ging die Arbeitslosigkeit weiter zurück. Im September waren 3,08 Millionen Personen erwerbslos gemeldet, die Zahl unterschritt die Vorjahresmarke um 463.000. Die Arbeitslosenquote sank in diesem Zeitraum von 8,5 auf 7,4 Prozent.