Aktuelle Umfrage zur Wirtschaftslage Konjunktur: Motor schwächelt, aber stockt nicht

Mit etwas weniger Kraft läuft der Konjunkturmotor des deutschen Handwerks. Zwei Drittel der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage aber weiterhin als gut bis sehr gut. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Daniela Lorenz

Das Bauhauptgewerbe verzeichnet einen Umsatzrückgang von 8,6 Prozent. - © Foto: Katharina Täubl

Zwar drehe der Konjunkturmotor langsamer, er habe aber noch ausreichend Platz, lautete die Zusammenfassung der Umfrage unter rund 3.000 Handwerksbetrieben, die die Wirtschaftsauskunftei Creditreform im Februar 2015 durchführte.

Darin bewerteten 61,8 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als "sehr gut bis gut". Das waren etwas weniger als im vergangenen Jahr (63,2 Prozent). Etwas ins Stocken geriet der Motor des Nahrungsmittelhandwerks . Nur 46,5 Prozent der Betriebe sprachen sich hier für eine sehr gute oder gute Geschäftslage aus - deutlich weniger als im Vorjahr (-12,2 Prozent).

Umsatzrückgang im Kfz-Gewerbe

Die Umsätze entwickelten sich im Handwerk etwas zurück, was nach den Rekordständen des letzten Jahres aber nicht weiter dramatisch ist. Knapp ein Drittel der befragten Handwerksbetriebe vermeldet gestiegene Umsätze (29,4 Prozent). Im Vergleichszeitraum 2014 waren es noch 33,8 Prozent. Die Hälfte berichtet von stabilen Umsätzen (52,7 Prozent). Deutliche Umsatzrückgänge verzeichnet das Bauhautgewerbe mit 23,1 Prozent (- 8,6 Prozent) und das Nahrungsmittelhandwerk mit 36,6 Prozent (- 13,4 Prozent).

Das Personalkarussell drehte sich im Handwerk etwas langsamer als im Vorjahr, das heißt, nur noch 23,1 Prozent der Betriebe haben mehr Personal eingestellt (- 6,1 Prozent). Der Personalstand der großen Mehrheit von 62,8 Prozent der befragten Betriebe blieb unverändert.

Nach einem Rekordergebnis in 2014 haben sich die Erwartungen des Handwerks an die zukünftige Umsatzentwicklung normalisiert. Die Erwartungen sind dennoch optimistischer als in den Jahren 2012 und 2013, wo ebenfalls keine schlechten Ergebnisse erzielt wurden. Ein Drittel der Betriebe (31,8 Prozent) rechnet mit steigenden Umsätzen und weniger als zehn Prozent mit sinkenden (9,3 Prozent). Die Mehrheit im Bauhauptgewerbe erwartet, dass der Umsatz sich stabil entwickelt (58,7 Prozent), im Ausbaugewerbe sind es 59,2 Prozent und im Kfz-Handwerk sogar 68,2 Prozent. Im Nahrungsmittelhandwerk erwarten hingegen nur 44,6 Prozent stabile Umsätze.

Investitionsbereitschaft schwächelt

Mit einer nicht mehr steigenden, sondern leicht fallenden Kurve ist bei den Investitionen zu rechnen. Allerdings bleibt die Bereitschaft, zu investieren über alle Gewerke weiterhin auf einem hohen Niveau. Über die Hälfte der befragten Betriebe kündigt ein Investitionsvorhaben an (52,6 Prozent).

Immer noch hat nur jeder dritte Handwerksbetrieb in Deutschland eine zu geringe Eigenkapitalquote . 33,2 Prozent der Betriebe weisen eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent auf. Eine Verbesserung dieser Quote ist nach Ansicht von Helmut Rödl , stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Creditreform, nur in kleinen Schritten zu erreichen. Über besonders wenig Eigenkapital bis zehn Prozent verfügen Betriebe des Bauhauptgewerbes (34,4 Prozent) und des Ausbauhandwerks (38,4 Prozent).

Nach Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 stellte Creditreform in der Befragung fest, dass ein breiter Beschäftigungsabbau im Handwerk auf Grund dessen nicht festzustellen ist.