Allgemeine Wirtschaftsdaten
Konjunktur knickt ein
Nachdem die deutsche Wirtschaft im 1. Quartal 2008 noch sehr kräftig expandierte, haben im weiteren Jahresverlauf die Teuerungswelle, die weltwirtschaftliche Abkühlung und die Finanzmarktkrise zu einer konjunkturellen Trendwende geführt. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist aber immerhin noch um 1,5 Prozent gewachsen.
Beim privaten Verbrauch ist – trotz gestiegener Beschäftigung und höherer Nominallöhne – die erhoffte Belebung ausgeblieben. Ausschlaggebend hierfür waren inflationsbedingte Kaufkrafteinschränkungen bei den Bundesbürgern sowie der weitere Anstieg der Sparquote. Insgesamt dürften die privaten Konsumausgaben 2008 preisbereinigt um 0,1 Prozent gesunken sein.
Die Investitionen nahmen zu Jahresbeginn kräftig zu, wofür auch Sondereffekte verantwortlich zeichneten. In der Folgezeit dämpften die verschlechterten Absatzperspektiven die Investitionsbereitschaft der Unternehmen, zudem wurden die Finanzierungskonditionen verschärft. Immerhin sind die Ausrüstungsinvestitionen noch um 5,6 Prozent gestiegen.
Die Exporte haben aufgrund der globalen Konjunkturabschwächung und den Folgen der internationalen Finanzmarktkrise merklich an Schwung verloren. Diese Belastungsfaktoren machten sich vor allem bei den Ausfuhren in die USA und verschiedene europäische Länder bemerkbar. Insgesamt dürften die Ausfuhren um real 4,0 Prozent zulegen.
Das Preisklima hat sich 2008 wegen der drastischen Verteuerungen bei Energie und Rohstoffen spürbar eingetrübt. Die allgemeine Inflationsrate erreichte im Sommer mit 3,3 Prozent ihren Höhepunkt und betrug jahresdurchschnittlich 2,6 Prozent, einen so hohen Preisanstieg gab es zuletzt 1994. Allerdings hat der Inflationsdruck zuletzt wieder deutlich nachgelassen.
Am Arbeitsmarkt setzte sich der positive Trend abgeschwächt fort. Im Jahresdurchschnitt nahm die Erwerbstätigkeit um 570.000 auf 40,3 Millionen Personen zu, insbesondere die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der registrierten Erwerbslosen um 510.000 und damit auf das niedrigste Niveau seit 1992. bü/los