Die Liste der möglichen SPD-Kanzlerkandidaten wird immer länger. Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier brachten am Wochenende Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz als potenziellen Spitzenmann für den Bund ins Gespräch. Auch die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft steht als SPD-Frontfrau zur Debatte.
Komplizierte K-Frage bei SPD
Berlin (dapd). Die Liste der möglichen SPD-Kanzlerkandidaten wird immer länger. Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier brachten am Wochenende Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz als potenziellen Spitzenmann für den Bund ins Gespräch. Auch die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft steht als SPD-Frontfrau zur Debatte. Zu ihren eigenen Ambitionen schwiegen Gabriel und Steinmeier. Die Sozialdemokraten wollen sich mit der Klärung der K-Frage noch Zeit lassen.
Scholz hatte bei der Hamburg-Wahl im Februar eine absolute Mehrheit für die SPD eingefahren und regiert in der Hansestadt ohne Koalitionspartner. Er ist der einzige Ministerpräsident in dieser komfortablen Situation. Der rheinland-pfälzische SPD-Regierungschef Kurt Beck hatte seine absolute Mehrheit bei der jüngsten Wahl verloren.
Steinmeier sagte, Scholz sei der einzige Länder-Regierungschef mit absoluter Mehrheit. "Natürlich steht so jemand in der ersten Reihe einer Partei, aus der dann - wenn die Zeit reif ist - die Kanzlerkandidaten bestimmt werden." Allerdings habe Parteichef Gabriel "das Recht des ersten Zugriffs".
Entscheidung kommt Ende 2012, Anfang 2013
Der Fraktionschef räumte Schwächen bei der SPD ein. Bundesweit sei die SPD "noch nicht da, wo ich uns gerne sähe". Er zeigte sich aber optimistisch, 2013 die Wahl zu gewinnen. "Jetzt bereiten wir uns auf neue Regierungsverantwortung vor. Da sind wir mittendrin." Zu eigenen Ambitionen hielt sich Steinmeier bedeckt. Die Frage der Kanzlerkandidatur werde im Frühjahr 2013 entschieden, sagte er dazu lediglich.
Gabriel stellte eine Entscheidung "Ende 2012, Anfang 2013" in Aussicht. Dann werde er einen Vorschlag machen. Der SPD-Chef sieht in Scholz und Kraft mögliche Kandidaten. "Jeder gewählte Ministerpräsident ist ein denkbarer Kanzlerkandidat", sagte er. Gabriel hält auch den früheren Finanzminister Peer Steinbrück als Spitzenmann für die Bundestagswahl für möglich.
Über die Zusammenarbeit mit Steinbrück und Steinmeier sagte Gabriel: "Wir stimmen uns sehr eng ab. Wir arbeiten gut zusammen und vertrauen uns. Uns verbindet eine persönliche Sympathie. Das ist Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg." Er fügte hinzu: "Wir drei haben längst Abschied genommen von dem Wolfsprinzip in der Politik."
dapd
