Kompetenzzentren sollen weiter ausgebaut werden

Neue Förderrichtline bringt mehr Geld für Aus- und Weiterbildung

Karin Birk

Kompetenzzentren sollen weiter ausgebaut werden

Kompetenzzentren haben sich als Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Praxis bewährt und sollen künftig noch weiter ausgebaut werden. „Kompetenzzentren sind Leuchttürme des dualen Ausbildungssystems“, sagte Andreas Storm, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, auf der Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der Kompetenzzentren beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Ihr Ausbau sollte auch in Zukunft staatlich gefördert werden. „Wir bleiben vertrauensvoll an ihrer Seite“, versicherte auch Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung.

Noch im Frühjahr soll erstmals eine gemeinsame Förderrichtlinie beider Häuser in Kraft treten. Das Bundesforschungsministerium will seine Mittel für 2009 von 29 auf 44 Millionen Euro erhöhen, so dass die Kompetenzzentren 2009 mit rund 74 Millionen Euro von beiden Ministerien unterstützt werden. Schon in den vergangenen zehn Jahren haben sie den Ausbau überbetrieblicher Berufsbildungsstätten hin zu bisher 28 besonders spezialisierten Kompetenzzentren im Handwerk staatlich gefördert.

Auch ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer unterstrich die Notwendigkeit der Zentren für die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks. In einer Zeit, in der die Innovationszyklen immer kürzer würden, seien neue Wege des Technologietransfers im Handwerk notwendig. Nur so könne auch das Handwerk mit der rasanten globalen Entwicklung Schritt halten.

Auch die Kompetenzzentren sind sich dessen bewusst. Sie legen Wert darauf, die neueste Technologie anschaulich mit entsprechenden Modellen oder ganzen Modellhäusern an junge Handwerker, an Fachlehrer der überbetrieblichen Bildungsstätten oder auch an erfahrene Handwerker weiterzugeben. Im Gegenzug wollen die Zentren aber auch erfahren, was am Markt gefragt ist und in welche Richtung wissenschaftliche Forschungsvorhaben gehen sollten. Das Spektrum der bisher entstandenen Kompetenzzentren im Handwerk reicht über 67 Technologiefelder – angefangen von der Kfz-Technik über Automatisierungs- und Sicherheitstechnik, Photovoltaik und Solarthermie, Energieeffizienz und Umwelttechnologien bis hin zu Informations- und Kommunikationstechnik oder Hörakustik. Und es sollen noch mehr werden.

Chancen sieht Rainer Becker, der beim ZDH für Kompetenzzentren zuständig ist, vor allem für die Bereiche Energie und Solartechnik, Geothermie sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Aber auch der Ausbau zu Kompetenzzentren mit anderen Technologiefeldern habe seiner Ansicht nach gute Perspektiven, wenn bestimmte Kriterien wie solide Finanzierungen, guter technischer Stand und ausreichender Bedarf in den Anträgen nachgewiesen werden kann.

Bisher haben nach den Worten Beckers von den knapp 600 überbetrieblichen Bildungsstätten in Deutschland insgesamt rund 100 Einrichtungen – inklusive der 28 schon realisierten Zentren – ihr Interesse bekundet, sich zu einem Kompetenzzentrum weiterzuentwickeln. Ziel sei es, ein bundesweites Netz aufzubauen. Und sollten die Kompetenzzentren über die bundesdeutschen Grenzen hinausstrahlen, wäre das nach Ansicht von ZDH-Generalsekretär Schleyer nur von Vorteil. Schließlich könne man auch „Bildung exportieren“, sagte er.