Die Kommunen in Mitteldeutschland sollten nach den Vorstellungen des Leipziger Carsharing-Anbieters Teilauto Stellplätze für gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum ausweisen. "Dies könnte analog zu den bekannten Taxistellplätzen funktionieren", sagte Teilauto-Geschäftsführer Michael Creutzer der Nachrichtenagentur dapd in Leipzig.
Kommunen sollen Flächen für Carsharing ausweisen
Leipzig (dapd). Die Kommunen in Mitteldeutschland sollten nach den Vorstellungen des Leipziger Carsharing-Anbieters Teilauto Stellplätze für gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum ausweisen. "Dies könnte analog zu den bekannten Taxistellplätzen funktionieren", sagte Teilauto-Geschäftsführer Michael Creutzer der Nachrichtenagentur dapd in Leipzig. Damit könnten vor allem in dicht besiedelten und eng bebauten Stadtteilen neue Stationen für die Kunden von Carsharing-Anbietern entstehen. Allein sein Unternehmen habe in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 12.000 Kunden.
"Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage aus dicht bebauten Wohngebieten", begründete Creutzer seinen Vorstoß. Allerdings gebe es dort zu wenige private Flächen, auf denen die Anbieter von Carsharing Stationen für ihre Fahrzeuge einrichten können. "Die Kommunen könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie entsprechende Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum ausweisen", sagte Creutzer. Außer gekennzeichneten Flächen seien dafür keine weiteren Voraussetzungen nötig. "Wir wollen die Fahrzeuge wohnortnah, am besten in fußläufiger Entfernung zu den Nutzern abstellen können", sagte Creutzer.
Seiner Ansicht nach erkennen immer mehr Autofahrer, dass sie nicht unbedingt selbst ein Fahrzeug besitzen müssen, um mobil zu sein. "Da hat es einen Wandel im Ansatz gegeben", sagte Creutzer. Sei man früher oft streng ökologisch dem Credo "Du darfst nicht Auto fahren" gefolgt, so stehe heute eher die Forderung "Fahre intelligent Auto" im Vordergrund.
Intelligentes Autofahren bedeutet für Creutzer auch, dass man sich Gedanken über den Einsatz von Fahrzeugflotten etwa bei Unternehmen oder in Behörden macht. "Warum sollten sich Stadtverwaltungen ihre Fahrzeuge nicht mit dem Bürger teilen?", fragte Creutzer. Schließlich seinen die Zeiten der Nutzung vollkommen unterschiedlich: Während dienstliche Fahrten in der Regel vom Vormittag bis in den frühen Nachmittag unternommen würden, reservierten die meisten Privatnutzer ein Auto am späteren Nachmittag oder frühen Abend. "Und an Wochenenden, an denen das Aufkommen bei der privaten Nutzung am höchsten ist, stehen die meisten Fahrzeugflotten von Unternehmen und Behörden still."
Die Stadt Leipzig testet derzeit in Zusammenarbeit mit Teilauto, ob Carsharing eine sinnvolle Alternative zum Kauf von Dienstwagen sein kann. "Wir erwarten von dem Test belastbare Aussagen, ob Carsharing den speziellen Anforderungen einer Stadtverwaltung gewachsen ist und welchen finanziellen Vorteil es mit sich bringt," fasste Bürgermeister Andreas Müller seine Erwartungen beim Start des Versuchs zusammen. "Dabei ist uns der ökologische Aspekt des Projektes besonders wichtig."
Auch wenn Teilauto in Mitteldeutschland derzeit der Platzhirsch ist, Creutzer kann sich gut vorstellen, dass es in einer Stadt mehrere Carsharing-Anbieter gibt. Stellplätze sollten dann allen angeboten werden. "Wer Carsharing anbietet, soll die Flächen nutzen dürfen. Damit noch mehr Menschen erkennen, dass das eigene Auto verzichtbar ist", betonte Creutzer.
dapd
