Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, den Begriff "Islamismus" zu überdenken. Im Vorwort zum Berliner Verfassungsschutzbericht 2010 schrieb der Innensenator, Islamisten und Islamanhänger würden hierdurch im öffentlichen Sprachgebrauch gleichgestellt.
Körting plädiert für Abkehr vom Begriff "Islamismus"
Berlin (dapd-bln). Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, den Begriff "Islamismus" zu überdenken. Im Vorwort zum Berliner Verfassungsschutzbericht 2010 schrieb der Innensenator, Islamisten und Islamanhänger würden hierdurch im öffentlichen Sprachgebrauch gleichgestellt. Damit bestehe die Gefahr, dass eine ganze Bevölkerungsgruppe ausschließlich wegen ihrer Religionszugehörigkeit ausgegrenzt werde.
Katholizismus, Hinduismus oder Buddhismus würden in der öffentlichen Wahrnehmung nie mit "extremistischen Bestrebungen" in Verbindung gebracht, gab Körting zu bedenken. Für ihn stelle sich daher die Frage, "ob die Begrifflichkeiten, die wir verwenden, richtig sind". Er plädiere dafür, den Begriff Extremisten auch bei den sich auf den Islam berufenden Extremisten zu verwenden.
Dem Berliner Verfassungsschutz zufolge liegt Deutschland weiter im unmittelbaren Zielspektrum extremistischer islamischer Gruppierungen. "Wir gehen weiterhin von einer hohen abstrakten Gefährdungslage aus", sagte Körting bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts. Es gebe aber keine konkreten Hinweise wie etwa im November vergangenen Jahres. Zwar seien die Sicherheitsvorkehrungen etwa rund um den Reichstag jüngst zurückgefahren worden, es bestehe aber kein Anlass, "die Hände in den Schoß zu legen".
dapd
