Die deutsch-niederländischen Handelsbeziehungen sind nach Einschätzung der Wirtschaftsminister beider Länder noch ausbaufähig. Holland profitiere wie kein anderes Land vom Wirtschaftsaufschwung Deutschlands, sagte der niederländische Wirtschaftsminister Maxime Verhagen beim Staatsbesuch von Königin Beatrix am Dienstag in Berlin. Im Mittelstand könnte die Zusammenarbeit aber noch enger sein.
Königin Beatrix wohnt Treffen von Unternehmern beider Länder bei
Berlin (dapd). Die deutsch-niederländischen Handelsbeziehungen sind nach Einschätzung der Wirtschaftsminister beider Länder noch ausbaufähig. Holland profitiere wie kein anderes Land vom Wirtschaftsaufschwung Deutschlands, sagte der niederländische Wirtschaftsminister Maxime Verhagen beim Staatsbesuch von Königin Beatrix am Dienstag in Berlin. Im Mittelstand könnte die Zusammenarbeit aber noch enger sein. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht in diesem Bereich Potenzial "zur Intensivierung der Zusammenarbeit".
Im Beisein von Königin Beatrix und Bundespräsident Christian Wulff sprach sich Verhagen bei einem Treffen deutscher und niederländischer Unternehmer für eine Verstärkung der bilateralen Beziehungen aus. Als Beispiele für eine engere Kooperation nannte er unter anderem den grenzüberschreitenden Verkehr und den Abbau von Bürokratie. So sei die Patentierung von Erfindungen immer noch zehn Mal teurer als im Vergleich zu den USA.
Brüderle würdigte "engste Beziehungen" zwischen beiden Ländern. Deutschland und die Niederlande seien in vielen Zielsetzungen miteinander verbunden, sagte der FDP-Politiker. Drei Kernbereiche könnten gemeinsam angegangen werden: Die Sicherung des Fachkräftebedarfs, die Rohstoffsicherung und der Innovationsprozess. "Ich weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass wir wirklich gute Freunde in den Niederlanden haben", sagte Brüderle.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden sind intensiv. Nach Angaben der deutsch-niederländischen Handelskammer stieg das Handelsvolumen beider Länder in 2010 auf 132 Milliarden Euro. Die Niederlande sind damit zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands. Die Bundesrepublik verkaufte vor allem pharmazeutische, chemische und IT-Produkte ins Nachbarland.
Bei nasskaltem Wetter war Königin Beatrix zuvor mit hohen militärischen Ehren von Wulff begrüßt worden. Die 73-jährige Königin wurde zum Auftakt ihres viertägigen Deutschlandbesuchs von Kronprinz Willem-Alexander und Kronzprinzessin Maxima begleitet.
Es ist der zweite Staatsbesuch der Königin in Deutschland, der erste Staatsbesuch liegt 29 Jahre zurück. Wulff hatte im November 2010 seinen Antrittsbesuch in den Niederlanden absolviert.
Beatrix trug sich in das Gästebuch des Bundespräsidenten ein und wurde anschließend zusammen mit dem Kronprinzenpaar von Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt empfangen. Thema bei einem gemeinsamen Mittagessen waren das Verhältnis beider Länder und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Am Abend war die Königin zu einem Staatsbankett mit 150 Gästen eingeladen.
Am Mittwoch treffen die Königin und der Bundespräsident in Berlin deutsche Jugendliche, die im Einheitsjahr 1990 geboren sind, zu einem Mittagessen. In Begleitung von Bettina Wulff besucht Beatrix anschließend einen Mitmachzirkus im Stadtteil Neukölln. Mit einem Konzert des "Koninklijk Concertgebouw Orkest" Amsterdam will sich die Königin am Mittwochabend in der Berliner Philharmonie bei den Berlinern und den Deutschen für die Gastfreundschaft während ihres Aufenthalts bedanken.
Nach ihrem Berlin-Aufenthalt sind Besuche der Königin in Sachsen und Nordrhein-Westfalen vorgesehen.
dapd
