Klimawandel – Wettlauf mit der Zeit

Energiewende ist notwendig

Stefan Rahmstorf, Professor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).Foto: PIK

Klimawandel – Wettlauf mit der Zeit

Der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Nach den globalen Klimadaten der NASA gehörten die sieben Jahre des 21. Jahrhunderts, 2001 bis 2007, alle zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundert. Und dies angesichts leicht fallender Leuchtkraft der Sonne, die 2007 so schwach strahlte wie nie seit Beginn der Satellitenmessungen vor über 30 Jahren. Spätestens seit dem Weltklima-Bericht vom letzten Jahr gibt es unter seriösen Klimaforschern keinen Zweifel mehr, dass der Mensch die Erwärmung verursacht – immerhin ist die Wirkung von CO2 auf das Klima bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt.

Der Meeresspiegel steigt etwa 50 Prozent rascher, als Modellrechnungen erwarten ließen – bislang um 20 cm. Auch die Eisdecke auf dem arktischen Ozean schwindet schneller als gedacht: Im vergangenen Jahr war sie nur noch halb so groß wie in den 70er Jahren. Die Alpen verlieren immer rascher ihre Gletscher – die Hälfte des Eises ist schon weg.

Auch an den großen Kontinentaleismassen in Grönland und der Antarktis bröckelt es bedenklich. Eine Expertenkommission hat für die holländische Regierung gerade abgeschätzt, dass bis zum Jahr 2200 der Meeresspiegel um bis zu 3,50 m ansteigen könnte.

Doch die Klimawende ist möglich: Noch können wir die globale Erwärmung auf 2°C begrenzen, wie es Ziel der EU-Politik ist. Doch die Zeit läuft uns davon. Bis 2050 müssen die Industriestaaten ihre Emissionen um 80 Prozent reduzieren.

Um das zu schaffen, müssen wir jetzt entschlossen die Energiewende einläuten: Vor allem massiv in Effizienz und erneuerbare Energien investieren, die in 50 Jahren den größten Teil unserer Energieversorgung tragen können.