Fachkräftemangel Kleinstbetrieben gehen die Auszubildenden aus

Das neue Ausbildungsjahr hat gerade begonnen und im Handwerk sind noch viele Plätze frei. Insbesondere Kleinstbetriebe haben große Probleme ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, wie das IfM Bonn herausfand.

Zwischen 2009 und 2015 wurden in Kleinstbetrieben rund 100.000 Jugendliche weniger ausgebildet. - © Detlev Müller

Für Kleinstbetriebe in Deutschland wird es immer schwieriger Auszubildende zu finden. Der sich immer weiter verschärfende Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt betrifft zwar die gesamte Wirtschaft. Wie das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn herausfand, interessieren sich jedoch immer weniger Schulabgänger für eine Ausbildung in einem Kleinstbetrieb.

Als Kleinstbetrieb gilt ein Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern und einem Jahresumsatz bis zwei Millionen Euro. In diesen Betrieben ist die Zahl der Auszubildenden nach Berechnungen des IfM Bonn in den letzten sieben Jahren gesunken.

Zwischen den Jahren 2009 und 2015 wurden rund 100.000 Jugendliche weniger ausgebildet. Gemessen daran, dass in der gesamten deutschen Wirtschaft in diesem Zeitraum 210.000 weniger junge Menschen ausgebildet wurden, entfällt damit fast die Hälfte des Rückgangs auf Kleinstunternehmen (1,78 Millionen im Jahr 2009 zu 1,57 Millionen im Jahr 2015).

Außerdem lernten im Jahr 2009 noch 21 Prozent aller Auszubildenden in einem Kleinstbetrieben, sieben Jahre später waren es nur noch 17 Prozent.

Dabei, so die Forscher, seien Kleinstbetriebe durchaus bereit, auszubilden. Sie hätten nur viel mehr Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Allein zwischen 2011 und 2013 wäre jeder zweite Ausbildungsplatz in einem Kleinstbetrieb unbesetzt geblieben. In einem Großbetrieb wäre es nur jeder fünfte gewesen.

dhz/Quelle: IfM Bonn