Arbeitsrecht Kita-Streiks: Dürfen Mitarbeiter einfach zu Hause bleiben?

Die Gewerkschaft Verdi hat am heutigen Mittwoch zu bundesweiten Warnstreiks in Kitas aufgerufen. Berufstätige Mütter und Väter stehen vor der Frage: Wer betreut die Kinder? Einfach nicht zur Arbeit zu kommen, ist jedenfalls keine gute Idee.

In einer Betriebsvereinbarung kann Paragraf 616 BGB ausgeschlossen werden. - © motorradcbr - stock.adobe.com

Höhere Löhne und mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung: Vor der dritten Tarifverhandlungsrunde für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsbereich hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Wenn die Kita wegen eines Streiks geschlossen bleibt und auch keine Notbetreuung möglich ist, müssen berufstätige Eltern zunächst alles versuchen, ihre Kinder anderweitig betreuen zu lassen. Das erklärt der Berliner Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck.

Ist das nicht möglich, muss der Arbeitgeber umgehend informiert werden und der Arbeitnehmer kann zu Hause bleiben. "Grundsätzlich besteht in diesem Fall auch ein Anspruch auf Vergütung", so der Fachanwalt. Das ist in Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt.

Wenn möglich für Ersatzbetreuung sorgen

Der Paragraf kann aber durch einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder den Arbeitsvertrag ausgeschlossen sein. Bredereck empfiehlt daher immer eine enge Abstimmung mit dem Arbeitgeber: "Vielerorts wird in solchen Fällen eine Arbeit im Homeoffice möglich sein." In zahlreichen Handwerksberufen ist jedoch auch das keine Option.

Darüber hinaus gilt: "Je länger der Streik angekündigt war, umso eher wird man annehmen, dass die Arbeitnehmer sich darauf einstellen konnten", sagt Bredereck. Wer hier nicht für eine anderweitige Betreuung sorgt, müsse damit rechnen, am Ende keine Vergütung zu bekommen. dpa