"Eine katastrophale Öffentlichkeitsarbeit" Kinderschutzbund-Präsident warnt vor Vorverurteilung von Eltern

Kurz vor Beginn des Rundes Tisches zum Bildungspaket bei Sozialministerin Ursula von der Leyen warnt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, vor einer Vorverurteilung von Eltern. In der deutschen Politik gebe es einen Reflex, die Betroffenen "sozusagen öffentlich zu beschämen und zu beschimpfen als dumm und faul", sagte Hilgers am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Foto: dapd

Kinderschutzbund-Präsident warnt vor Vorverurteilung von Eltern

Berlin (dapd). Kurz vor Beginn des Rundes Tisches zum Bildungspaket bei Sozialministerin Ursula von der Leyen warnt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, vor einer Vorverurteilung von Eltern. In der deutschen Politik gebe es einen Reflex, die Betroffenen "sozusagen öffentlich zu beschämen und zu beschimpfen als dumm und faul", sagte Hilgers am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Dies sei eine "katastrophale Öffentlichkeitsarbeit".

Hilgers plädierte dafür, die Mittel pauschal an Tagesstätten oder Schulen zu weiterzureichen, damit die Kinder dort beispielsweise kostenlos Mittagessen könnten. "Das ist der allereinfachste Weg, weil er noch weniger Bürokratie macht als die Überweisung an die Eltern", sagte Hilgers.

Insgesamt sei es aber noch zu viel früh für eine Bewertung des Bildungspakets. So sei die rechtliche Umsetzung seitens der Länder und Kommunen noch nicht klar. Die Flächenländer müssten zunächst sogenannte Ausführungsgesetze auf den Weg bringen und die Kommunen mit der Umsetzung des Pakets beauftragen. Dort könnten derzeit Anträge auf Leistungen aus dem Hartz-IV-Bildungspaket lediglich entgegengenommen werden. "Bewilligt wird ja noch gar nicht", erläuterte Hilgers.

dapd