Ob Ausbau der Kita-Plätze oder Betreuungsgeld – über die staatlichen Familienleistungen wird weiter gestritten. Doch Unternehmen können auch selbst eine Menge tun, um ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen: von der betriebseigenen Krippe bis zum monatlichen Zuschuss.

Unternehmen können auf verschiedene Weise ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen. Einige Beispiele:
Unternehmenseigene Kindertagesstätte
Die Unternehmen richten selbst eine Kindertagesstätte (Kita) ein. Dies ist in Deutschland eher die Ausnahme. Nur drei Prozent der Firmen haben eigene Kitas. Diese bieten aber für beide Seiten Vorteile: Die Unternehmen können zusätzliche Betreuer einstellen und die Öffnungs- und Ferienzeiten nach ihren Wünschen gestalten. Im Normalfall kooperieren die Firmen mit der Kommune und müssen auch Kinder aufnehmen, deren Eltern nicht dem Betrieb angehören. Vielerorts ist aber auch hier die Nachfrage größer als das Angebot. Wie bei kommunalen Einrichtungen führen diese meist Wartelisten. Mitarbeiter sollten sich frühzeitig um einen Platz bewerben und sich regelmäßig melden.
Betriebs-Kita mehrerer Unternehmen
Wenn verschiedene Firmen nahe zusammenliegen, können sie auch gemeinsam eine Kindertagesstätte organisieren. Auch hierbei können die Betriebe diese Einrichtung nach ihren Bedürfnissen einrichten.
Beteiligung an anderen Kindertagesstätten
Firmen können sich auch an Kindertagesstätten anderer Träger oder Unternehmen beteiligen. In dem Fall finanzieren sie eine entsprechende Anzahl von Plätzen, die sie dann an ihre Mitarbeiter vergeben können. Dieses Modell hat vor allem für Unternehmen mit verschiedenen Standorten einen Vorteil. Sie können je nach Bedarf in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde einzelne Plätze buchen. Die Deutsche Bahn beispielsweise setzt neben anderen Fördermaßnahmen auf dieses Modell.
Unterstützung von Elterninitiativen
Manche Betriebe unterstützen auch private Initiativen ihrer Mitarbeiter. Wenn Eltern eine eigene Kindertageseinrichtung aufbauen, können die Unternehmen sie entweder finanziell unterstützen oder ihnen Räume, Möbel, Spielzeug zur Verfügung stellen. Der Autohersteller BMW macht dies an seinen Standorten. In dem Fall ist der Aufwand für die Eltern sehr hoch. Sie müssen einen Verein gründen, einen Raum und die Erzieher finden. Dafür können sie das Konzept ähnlich wie bei der betriebseigenen Krippe an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen.
Zusammenarbeit mit Tagespflegern
Eine Alternative für mittelgroße Firmen ist die betriebliche Tagespflege. Das Unternehmen beschäftigt eine oder mehrere Tagesmütter und stellt Räume zur Verfügung. Ein Pfleger kann sich um bis zu fünf Kinder kümmern. Falls das Unternehmen nur einen Betreuer anstellt, sollte es sich auch um eine Ersatzregelung bei Krankheit und Urlaub kümmern. Dies können beispielsweise städtische Einrichtungen wie ein "Tageskindertreff" sein.
Zusammenarbeit mit Familiendienstleistern
Unternehmen können auch Dienstleister beauftragen, die sich speziell um die Kinderbetreuung von Mitarbeitern kümmern. Diese vermitteln gegen entsprechende Honorare Plätze in Kitas, bei Tagesmüttern oder arbeiten mit Au-pair-Agenturen zusammen.
Kinderbetreuungszuschuss
Neben dem Angebot und der Vermittlung von Betreuungsplätzen können Firmen ihre Mitarbeiter auch finanziell unterstützen. Der steuer- und sozialabgabenfreie Zuschuss kann dann gewährt werden, wenn Kinder in Einrichtungen oder bei einer Tagesmutter betreut werden. Mitarbeiter müssen dazu ihre Rechnungen einreichen. So können sie bereits mit 100 bis 300 Euro im Monat eine Mutter oder einen Vater aus der Belegschaft unterstützen. Würde ein Unternehmen etwa eine Kita betreiben, entstünden dafür monatlich 1.000 und 1.500 Euro pro Kind an Kosten, wenn die Einrichtung ohne öffentliche Zuschüsse betrieben wird. dapd