Gewerbeversicherungsreport KI spielt in kleineren Unternehmen kaum eine Rolle

Trotz des Hypes um ChatGPT und Co. wird Künstliche Intelligenz in Kleinst- und Kleinunternehmen bisher nur selten eingesetzt. Kleinere Baubetriebe zeigen besonders wenig Interesse an KI. Das verdeutlicht der aktuelle Gewerbeversicherungsreport.

Illustration einer Baustelle.
Für die meisten Kleinst- und Kleinunternehmen aus dem Baugewerbe spielt KI eine untergeordnete Rolle: Nur rund elf Prozent sehen die Technologie als Chance an. - © renis - stock.adobe.com

Deutschlands Kleinst- und Kleinunternehmen öffnen sich mehr und mehr der Digitalisierung. Künstliche Intelligenz (KI) hingegen spielt für die meisten eine untergeordnete Rolle. Das verdeutlicht der aktuelle Gewerbeversicherungsreport, für den rund 750 Kleinst- und Kleinunternehmen zu diesem und weiteren Themen befragt wurden.

Vor allem in den Bereichen Buchhaltung (49 Prozent), Marketing (37 Prozent) und Vertrieb (30 Prozent) wollen Selbstständige die Digitalisierung 2024 vorantreiben. KI betrachten zwar 46 Prozent als Chance. Gleichzeitig haben jedoch 68 Prozent der Befragten angegeben, bis zum Sommer dieses Jahres keine Maßnahmen ergriffen zu haben, um KI im eigenen Unternehmen einzusetzen.

Kleine Baubetriebe scheren sich kaum um KI

Bei kleineren Baubetriebe ist KI noch seltener ein Thema. Für die Umfrage in Auftrag gegeben vom Insurtech Finanzchef24, dem Digital-Versicherer andsafe sowie HDI wurden auch 103 Kleinbetriebe aus der Baubranche befragt. Zwar kann aufgrund der geringen Anzahl der Teilnehmer nur von einer Tendenz gesprochen werden. Doch es zeigt sich, dass rund 37 Prozent der Kleinst- und Kleinunternehmen aus dem Baugewerbe eher nicht der Meinung sind, dass KI ihre Geschäftsprozesse stark beeinflussen wird. Nur rund elf Prozent begreifen KI als Chance. Lediglich zwei Prozent haben bereits Maßnahmen ergriffen, um KI im Unternehmen einzusetzen. Gefragter ist auch hier die Digitalisierung. Rund die Hälfte der Befragten gab etwa an, die digitale Buchhaltung vorantreiben zu wollen.

"Die Kleinen müssen aufpassen, dass sie durch die KI nicht doppelt unter die Räder kommen. Gerade weil es sich um eine Schlüsseltechnologie handelt, muss die Politik reagieren und die Bedingungen für Kleinstunternehmen verbessern", fordert Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung von Finanzchef24, bei der laut eigenen Aussagen mehr als 50.000 Klein- und Einzelunternehmer versichert sind.

Inflation bereitet Sorgen, trotzdem wollen Kleinunternehmer investieren

Befragt wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch zu ihren aktuellen Sorgen. Besonders fürchten die Kleinst- und Kleinunternehmer die Inflation (46 Prozent). Speziell im Bau liegt dieser Wert noch etwas höher. Rund die Hälfte sorgt sich hier außerdem um steigende Betriebsnebenkosten.

Um die Auftragsbücher zu füllen, wollen 33 Prozent aller Befragten künftig vor allem mit Werbung und PR auf sich aufmerksam machen. 35 Prozent aus dem Bau gaben an, mehr in Werbung und PR investieren zu wollen.

Ein weiteres Thema im Report war der Bereich Absicherung. Bedarf und Nachfrage sind hier gewachsen: 36 Prozent aller befragten Kleinbetriebe wollen mehr Geld für Risikoabsicherung und Vorsorge ausgeben. ew