Wenn der Kleinwagen plötzlich zum Oldtimer wird: Immer noch erhalten Autofahrer falsche Kfz-Steuerbescheide von den Hauptzollämtern. Was Kfz-Halter dann tun sollten.
Das Problem fehlerhafter Kraftfahrzeug-Steuerbescheide hält auch ein Jahr nach dem Wechsel der Zuständigkeit von Landes- auf Bundesbehörden an. Seither haben viele Autofahrer falsche Bescheide über ihre Kfz-Steuer erhalten. "Bei der Übernahme der Daten von den Länderfinanzbehörden ist in etwa fünf Prozent der Fälle etwas schief gelaufen", sagt Andrea Münch vom Hauptzollamt Dortmund. Es seien deshalb aber nicht gleich fünf Prozent der Bescheide falsch.
Kleinwagen wird zum Oldtimer
Die Bundesfinanzdirektion West in Köln bestätigte, dass Schwierigkeiten nach der Umstellung in ganz Deutschland aufgetreten seien. Die Hauptzollämter seien dabei, die Fehler zu beheben. Grund für die Probleme sei vermutlich unterschiedliche Software, die nicht vollständig miteinander kompatibel ist.
Zeitungen der Funke Mediengruppe (u.a. "WAZ") berichteten zuletzt von einer Frau aus Wattenscheid, deren elf Jahre alter Kleinwagen als teurer Oldtimer besteuert werde. Da sie angeblich fünf Wagen halte und nicht alle Steuern bezahlt habe, könne sie sich nach ihrem Umzug von Essen nach Wattenscheid zudem nicht ummelden.
Steuerbescheide vergleichen
Dass ein Auto fälschlicherweise als Oldtimer eingestuft wird, ist jedoch kein Einzelfall. Bereits im Herbst 2014 gab es entsprechende Berichte darüber .
Der Bund der Steuerzahler rät Kfz-Haltern nun, ihren Steuerbescheid genau mit dem aus dem vergangenen Jahr zu vergleichen. Stellen sie Fehler fest, sollten sie dagegen Einspruch einlegen oder sich direkt an die zuständige Kfz-Steuerbehörde wenden. Klarheit kann außerdem die bundesweite Zollhotline unter der Nummer 03511 44834 550 bringen. Die ist laut Zoll aber stark überlastet.
Im Februar 2014 war die Zuständigkeit für die Festlegung und den Einzug der Kfz-Steuer vom Finanzamt auf den übergegangen. Dafür mussten 58 Millionen Datensätze übertragen werden. dpa/dhz
