Ausbildungsverträge im Handwerk Kfz-Mechatroniker: Ausbildungszahlen auf Rekordniveau

Der ohnehin schon sehr beliebte Ausbildungsberuf des Kfz-Mechatronikers hat im Jahr 2024 noch einmal deutlich zugelegt. In mehreren Rankings belegt der Beruf den ersten Platz.

Kfz-Mechatroniker und Automobilkaufleute: Beide Ausbildungsberufe im Kfz-Gewerbe liegen im Trend. - © Christian Schwier - stock.adobe.com

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe hat im Jahr 2024 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker wurden 25.221 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen hervor. Laut BIBB liegt der Beruf auch in der Rangliste der meisten Neuabschlüsse mit Abstand auf Platz 1. Dahinter folgen die Berufe Kaufmann/-frau für Büromanagement (22.245 Verträge) und Verkäufer/in (20.742 Verträge). Stichtag der Erhebung war der 30. September 2024.

Ausbildungsabschlüsse im Handwerk: Minimaler Anstieg

Im Vergleich zu 2023 haben sich die Zahlen im Kfz-Handwerk deutlich besser entwickelt als im Handwerk insgesamt. Insgesamt wurden in der Branche 2024 rund 0,2 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Am anderen Ende der Statistik liegen die Ausbildungsberufe Maurer/in und Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in mit einem Minus von jeweils mehr als 14 Prozent. Positiv entwickelten sich dagegen die Ausbildungszahlen beispielsweise im Dachdecker-, Bäcker- und Schornsteinfegerhandwerk.

Kfz-Mechatroniker bei Männern beliebteste Ausbildung

Der Kfz-Mechatroniker bleibt laut BIBB-Erhebung mit 23.652 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen der beliebteste Ausbildungsberuf bei den Männern. Unter den Top 4 ist das Handwerk dreimal vertreten. Zweitstärkster Ausbildungsberuf bleibt der Fachinformatiker (15.786), gefolgt vom Elektroniker (14.391) und dem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (14.280).

Nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist der Beruf auch für Frauen zunehmend attraktiv. Laut BIBB lag der Anteil der neuen Kfz-Mechatronikerinnen bei rund 6,2 Prozent.

ZDK: Positiver Trend bei den Automobilkaufleuten

Auch bei den Automobilkaufleuten setzte sich der positive Trend mit 5.727 neuen Auszubildenden fort, das sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden liege hier bei rund 40 Prozent. Damit verzeichne das Kfz-Gewerbe seit 2021 wieder steigende Zahlen in seinen beiden Hauptausbildungsberufen. ZDK-Präsident Arne Joswig: "Die Transformation unserer Branche hin zu alternativen Antrieben, verbunden mit hoher Innovationsdichte, führt so viele junge Menschen wie seit 20 Jahren nicht mehr in die Autohäuser und Werkstätten." Ein Grund für den Erfolg sei, dass seit Jahren in ein professionelles und zielgruppengerechtes Nachwuchsmarketing sowie in die kontinuierliche Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildungsberufe investiert werde.

"Die Weiterbildung und Förderung der Mitarbeitenden im Kfz-Gewerbe ist ein weiterer Baustein, um qualifizierte Fachkräfte in unseren Betrieben zu halten", so der Präsident. Deshalb habe der ZDK im vergangenen Jahr eine Fachkräftestrategie erarbeitet, die sich mit der Fachkräfteentwicklung beschäftige, moderne Berufsbilder vorantreibe und Zielgruppen wie Quereinsteiger, Frauen, Studienabbrecher und Menschen mit Migrationshintergrund in den Fokus rücke. Dabei setzt der ZDK auf Social-Media-Kampagnen, Webinare, Workshops und Veranstaltungen. tb