ADAC-Werkstatttest Kfz-Gewerbe warnt vor Pauschalisierungen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) wehrt sich gegen Pauschalisierungen beim ADAC-Werkstatttest. Ein Test von nur 75 Betrieben habe angesichts einer Zahl von 38.000 Kfz-Betrieben in Deutschland nur Stichprobencharakter. Von diesem Test könne nicht auf die Qualität der Werkstattleistungen geschlossen werden, so der ZDK. Der Verband reagierte aber auch selbstkritisch.

Unter Beobachtung: Ein zwiespältiges Bild über die Qualität der Kfz-Werkstätten ergab der ADAC-Werkstattest. - © Uwe Annas/Fotolia.com

Der Test des Automobilclubs hatte große Qualitätsunterschiede zwischen den Vertragswerkstätten und den Werkstattketten ergeben. Demnach hätten bei Bosch Car Service nur zehn der 25 getesteten Betriebe fehlerlos gearbeitet. Die A.T.U-Betriebe seien sogar noch schwächer gewesen. Dort betrage die Erfolgsquote nur 28 Prozent. Bei den Vertragswerkstätten hätten dagegen 88 Prozent der 25 geprüften Betriebe die Fehler gefunden. Der ZDK verweist auch auf den aktuellen DAT-Report, in dem die Kunden ihre Betriebe mit einer Durchschnittsnote von 1,61 und damit als "ausgezeichnet" bewertet hätten.

Fahrzeuge sollten nach Herstellervorgaben gewartet werden

Nach Aussage des ADAC hat neben der mangelhaften Arbeitsleistung das schlechte Abschneiden der Werkstattketten eine weitere Ursache: Die Betriebe ordneten den unterschiedlichen Kfz-Typen oft nicht den jeweils richtigen Serviceumfang zu. Es werde also nicht korrekt nach Herstellervorgaben gearbeitet. Der ZDK appelliert deshalb, Fahrzeuge ausschließlich nach den Herstellervorgaben zu warten und zu reparieren. Je nach Fahrleistung, Alter sowie Motorisierung können diese unterschiedlich sein, so dass nur die Originalinformationen der Hersteller, und zwar typentsprechend, angewendet werden sollten. Der ZDK engagiere sich bereits seit Jahren in diesem Thema.

Mit Inkrafttreten der Euro-5/Euro-6-Bestimmungen müssen alle Fahrzeughersteller die benötigten Daten und Informationen über einen standardisierten Prozess bereitstellen. Damit sollten alle technischen Informationen zur ordnungsgemäßen Reparatur von Fahrzeugen verfügbar sein. Der Standardisierungsprozess ist dem ZDK zufolge allerdings noch nicht abgeschlossen. Hier seien die Hersteller gefragt. Der Verband betonte aber auch, dass es gemeinsames Ziel aller Betriebe bleibe, den guten Branchenruf zu halten und auszubauen. Daher sei es jetzt Aufgabe der betroffenen Werkstätten, die beanstandeten Mängel abzustellen. fm