Jobaufschwung 2017 Keine steigenden Arbeitslosenzahlen durch Flüchtlinge

Die hohen Flüchtlingszahlen sorgen nicht dafür, dass die Arbeitslosenzahlen steigen. Im Gegenteil: Arbeitsmarktforscher gehen davon aus, dass der Jobaufschwung in Deutschland auch 2017 anhält.

Viele hatten spätestens im kommenden Jahr mit steigenden Arbeitslosenzahlen gerechnet und dabei auf die steigende Zahl erwerbsloser Flüchtlinge verwiesen. Doch es kommt anders. - © Daniel Ernst/Fotolia.com

Die Zahl der Arbeitslosen werde im kommenden Jahr im Durchschnitt um 70.000 auf 2,62 Millionen sinken. Das prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und verweist darauf, dass die steigende Zahl erwerbsloser Flüchtlinge keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werde. Genau diese Situation war bereits von verschiedenen Seiten heraufbeschworen worden.

Glaubt man jedoch den jüngsten Prognosen von Arbeitsmarktforschern kommt es nun doch anders: Auch die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) geht optimistisch an die Vorhersagen für das kommende Jahr heran. Sie unterstellt für 2017 ein nicht unrealistisches Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Für 2016 rechnen die Forscher mit 2,69 Millionen Jobsuchern - 110 000 weniger als 2015.

Viele Neu-Ruheständler machen Stellen frei

Ganz spurlos geht die große Zahl von Asylsuchenden aber dennoch nicht am deutschen Arbeitsmarkt vorbei. Ohne die Flüchtlinge auf Job-Suche würde die Arbeitslosenzahl 2017 voraussichtlich laut den IAB-Forschern nicht nur um 70.000, sondern sogar um 160.000 sinken. Vergessen dürfe man dabei jedoch nicht, dass ohne die große Zahl der Flüchtlinge viele Arbeitsplätze im Umfeld des Flüchtlingsmanagement nicht entstanden wären.

Die günstige Arbeitsmarktentwicklung ist nach Angaben der Wissenschaftler auch stark von "anhaltenden Trends bei den Erziehungs-, Gesundheits- und Pflegeberufen" beeinflusst sowie durch den Umstand, dass immer mehr "Babyboomer" in Rente gehen. Allein in diesem Jahr habe die Zahl der Neu-Ruheständler um 310.000 über der Zahl der Berufsstarter gelegen. 2017 dürfte das Saldo bei 330.000 liegen. Wie stark sich dadurch die Zahl der Arbeitslosen verringere, darüber gibt es keine genauen Zahlen. dhz/dpa