Der Arbeitsmarkt zeigt sich im August weiter in guter Verfassung. Auch in dem Ferienmonat sank die Zahl der Jobsuchenden in Deutschland gegenüber dem Vormonat um 14.000 auf 3,196 Millionen.
Keine Bremsspuren am Arbeitsmarkt
Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahrs ist dies ein Minus von 510.000. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent.
"Die positive Grundtendenz am Arbeitsmarkt hält an. Von der konjunkturellen Abschwächung zeigt sich der Arbeitsmarkt bisher unbeeindruckt", sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Neben dem anhaltenden Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung machten sich auch die Arbeitsmarktreformen sowie ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot aufgrund des demografischen Wandels bemerkbar.
Während die Arbeitslosigkeit im August in den neuen Bundesländern gegenüber dem Vormonat um 3.000 auf 1,087 Millionen zurückging, verringerte sie sich im Westen Deutschlands um 11.000 auf 2,109 Millionen. Die Arbeitslosenquote ist im Osten der Republik mit 12,8 Prozent jedoch weiter doppelt so hoch wie im Westen mit 6,3 Prozent. Den niedrigsten Wert weist Bayern mit 3,9 Prozent auf, gefolgt von Baden-Württemberg mit 4,1 Prozent, den höchsten Berlin mit 13,8 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 13,6 Prozent.
"Es ist noch Dynamik im Arbeitsmarkt"
Angesichts der positiven Entwicklung hält Vorstandsmitglied Alt eine Unterschreitung der Drei-Millionen-Grenze im Oktober dieses Jahres für möglich. "Wir sehen noch keine Bremsspuren in der Arbeitsmarktentwicklung, die Zahl der offenen Stellen zeigt, dass noch Dynamik am Arbeitsmarkt ist", betonte er.
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) bekräftigte angesichts des Rückgangs das Ziel einer Vollbeschäftigung. "Das macht Mut und ist Ansporn, das Ziel Vollbeschäftigung fest im Blick zu behalten", sagte Scholz. Die gängigsten Definitionen sehen Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von höchstens 3,0 bis 5,0 Prozent erreicht. Allerdings gibt es auch Wissenschaftler, die bereits ab 6,0 Prozent von Vollbeschäftigung sprechen.
Im August standen der Bundesagentur 1,085 Millionen Stellen zur Vermittlung zur Verfügung, 116.000 mehr als im Vorjahr. 85 Prozent der Stellen zielen auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt. Gesucht werden vor allem Elektriker, Schlosser, Verkäufer und Kaufleute, Mitarbeiter im Lager- und Transportbereich, Kraftfahrzeugführer, Kellner, Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen und Masseure. 26 Prozent der gemeldeten Sellen werden von Zeitarbeitsfirmen angeboten.
Auch am Ausbildungsmarkt ist der demografische Wandel zu spüren. So sank die Zahl der gemeldeten Bewerber von 711.000 im August des vergangenen Jahrs auf 601.000 in diesem August. Damit nimmt bereits das zweite Jahr in Folge die Bewerberzahl sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ab. Zugleich stieg die Zahl der gemeldeten Lehrstellen um 8.500 auf knapp 467.000.
Herbert Mackert/ddp