Technische Investitionen können sich für Handwerksbetriebe lohnen – wenn sie gut durchdacht sind. Wie, zeigt die Firma Pröchel aus Schwanstetten mit ihrer neusten CNC-Maschine. Neben den ersten Veränderungen in Sachen Produktivität und Co. beobachtet Marc Pröchel noch einen weiteren positiven Effekt.

Sie ist 28 Meter lang, acht Meter breit, 30 Tonnen schwer: die neue Schüco AS 100 CNC-Maschine in einer Produktionshalle in Schwanstetten. Sie gehört zur Firma Pröchel, die dort sowie an einem weiteren Standort in Nürnberg Fenster-, Automatiktüren- und Fassadenkonstruktionen in allen Facetten umsetzt. Die neue Maschine ist für den Betrieb eine Investition in die Zukunft – und ein Alleinstellungsmerkmal: Deutschlandweit gibt es die Anlage nur dreimal, in Bayern ist die Firma Pröchel bisher sogar die einzige, die damit arbeitet.
Steigerung der Effizienz
Der Grund für die Anschaffung: eine veränderte Auftragsstruktur. "Wir erkennen, dass unsere Aufträge immer größer werden", so Marc Pröchel, Geschäftsführer des Betriebs. "Mit der Maschine hoffen wir, diese effizienter, schneller und produktiver ausführen zu können."
Hoffnungen erfüllt
Tatsächlich machen sich die ersten positiven Entwicklungen bereits ein paar Monate nach Inbetriebnahme der AS 100 bemerkbar. Denn sie vereint Arbeitsschritte, für die vorher noch mehr als eine Maschine gebraucht wurde. Sie kombiniert die Vorteile eines Durchlaufzentrums mit denen einer 5-Achsen-CNC-Maschine und ermöglicht vielfältige Bearbeitungsoptionen wie Zuschnitte und Klinkungen. Wo zuvor vier Mitarbeiter in zwei Schichten am Werk waren, kann die AS 100 jetzt von einer Person bestückt werden und läuft dann komplett autark. Der Effekt: eine gesteigerte Fertigungsgeschwindigkeit, eine effizientere Ressourcennutzung und eine höhere Produktivität – genau, wie Marc Pröchel es erhofft hat.

Es lohnt sich
Dass größere technische Investitionen sich für im Grunde jeden Handwerksbetrieb lohnen können, bestätigt Monika Dietrich, Abteilungsleiterin der Unternehmensberatung der Handwerkskammer für Mittelfranken: "Moderne Maschinen und digitale Tools sparen Zeit, reduzieren Fehler und senken langfristig die Betriebskosten. Gleichzeitig verbessern sie die Wettbewerbsfähigkeit und machen den Betrieb attraktiver für qualifizierte Fachkräfte." Ein starkes Signal für die eigene Marktposition.
Gut durchdacht
Handwerksbetriebe, die eine solche Investition in Betracht ziehen, sollten vorher genau prüfen, ob sich die Anschaffung wirtschaftlich lohnt – etwa durch eine Kosten-Nutzen-Analyse und eine Amortisationsberechnung. "Auch die Finanzierung, mögliche Fördermittel und die Integration in bestehende Betriebsabläufe sind wichtige Faktoren", ergänzt Monika Dietrich. "Zudem sollte die Investition zukunftssicher sein und mit den betrieblichen Anforderungen wachsen können." Schließlich sind solche Anlagen nicht gerade kostengünstig und bergen manchmal noch weitere Kosten-Aufwandsfaktoren. So auch bei der Firma Pröchel: Wegen der enormen Größe der Maschine, musste die Produktionshalle um rund 800 Quadratmeter erweitert werden. Außerdem mussten Elektrik, Bodenplatten und Stahlstützen an die AS 100 angepasst werden.
Gespannte Erwartung
Ob sich die Anschaffung der Schüco AS 100 CNC-Maschine für die Firma Pröchel gelohnt hat, wird sich spätestens ab Juli zeigen, wenn der Betrieb sie für einen Großauftrag einsetzt. Doch neben den ersten positiven Veränderungen in Sachen Produktivität und Co. beobachtet Marc Pröchel schon jetzt einen weiteren Nebeneffekt: "Uns ist es wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben – das merken auch unsere Mitarbeiter. Sie bekommen den Wandel mit und glauben an die Zukunftssicherheit unseres Betriebs."
So geht Pröchel auch hinsichtlich der Mitarbeiterbindung, die heutzutage wichtiger denn je wird, bedeutsame Schritte. Für ihn ist klar: Große Investitionen, wenn sie gut geplant sind, zahlen sich für Handwerksbetriebe aus. Sie werden den steigenden Anforderungen an Digitalisierung und Nachhaltigkeit gerecht. So bleibt der Betrieb auch in einem sich wandelnden Markt erfolgreich.
Betriebe stehen nicht alleine da
Dem kann Monika Dietrich nur zustimmen. Sie weiß aber auch: "Viele Handwerksbetriebe haben kreative Ideen, doch Zeitmangel oder fehlende Ressourcen erschweren die Umsetzung." Diese Betriebe stehen mit ihren Herausforderungen jedoch nicht allein da. "Wir unterstützen bei der Planung, Bewertung und Finanzierung von Innovationsprojekten. Zudem helfen wir, passende Partner aus Wirtschaft und Forschung zu finden", versichert Monika Dietrich. Und appelliert: "Lassen Sie Ihre Ideen nicht ungenutzt!"