Deutschland schwitzt Kein Rechtsanspruch auf 'Hitzefrei'

Endlich Sommer! Bei Lufttemperaturen über 30 Grad Celsius spricht der Deutsche Wetterdienst offiziell von einem "heißen Tag". Am Arbeitsplatz können diese Temperaturen zur Belastung werden. Aber einen Rechtsanspruch auf gekühlte Räume oder 'Hitzefrei' gibt es nicht. Arbeitgeber müssen trotzdem dafür sorgen, dass niemand gefährdet wird.

Endlich scheint die Sonne und das so stark, dass Vorsichtsmaßnahmen nötig sind. Foto: Julydfg - Fotolia

Kein Rechtsanspruch auf 'Hitzefrei'

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab und die Unfallgefahr steigt an. Die Hitze kann aber auch ganz konkrete gesundheitliche Probleme bereiten: Neben erhöhter Schweißabgabe sind Herz-Kreislaufbelastungen möglich. Darauf weist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hin. Der Arbeitgeber sei nach dem Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst zu vermeiden und verbleibende Gefährdungen gering zu halten.

"Konkrete Hilfestellungen bietet die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur", erklärt Kersten Bux, Klima-Experte der BAuA. "Arbeitgeber können davon ausgehen, dass sie rechtssicher handeln, wenn sie sich an die Vorgaben der Regel halten. Klettert die Lufttemperatur im Arbeitsraum über die 26 Grad-Marke, sollen Arbeitgeber wirksame Maßnahmen ergreifen, ab 30 Grad müssen sie sogar."

Folgende Tipps können dabei helfen:

  • in den frühen Morgenstunden gut lüften und am Tag Fenster und Türen schließen,
  • außen liegende Jalousien oder hinterlüftete Markisen gegen störende direkte Sonneneinstrahlung anbringen,
  • elektrische Geräte, die Abwärme produzieren, nur bei Bedarf in Betrieb nehmen,
  • wenn möglich ein flexiblerer Umgang mit den Arbeitszeiten, so dass schwere körperliche Arbeit nicht in den heißen Mittagsstunden stattfinden muss,
  • mehrere kurze Ruhephasen von rund zehn Minuten einlegen,
  • viel trinken.

Bei Sommerhitze im Büro sollte mindestens ein Liter mehr getrunken werden als normalerweise, rät Bux. Normal sind je nach Körpergewicht 1,8 bis 2,5 Liter pro Tag. "Sehr kalte Getränke und Eiswürfel sollte man möglichst nur in geringen Mengen und in kleinen Schlucken zu sich nehmen", so der Experte. Wichtig sei, immer darauf zu achten, dass nicht jeder Wärme gleich gut verträgt und bei ersten Anzeichen wie Unwohlsein, Schwäche oder Schwindel kühlere Bereiche aufsuchen sollte.

jtw