Gemeinsam fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bundesverband Windenergie (BWE) von der Regierung eine bessere Förderung der Windenergie an Land. Dies sei die "zentrale Voraussetzung" für den Atomausstieg, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin.
Kein Gegensatz zwischen Umwelt- und Naturschutz
Berlin (dapd). Gemeinsam fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bundesverband Windenergie (BWE) von der Regierung eine bessere Förderung der Windenergie an Land. Dies sei die "zentrale Voraussetzung" für den Atomausstieg, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin. BWE-Präsident Hermann Albers erklärte, "Windkraft und auch Windkraft an Land und Naturschutz sind kein Widerspruch". Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 35 Prozent zu erhöhen, bezeichneten beide als unzureichend und sprachen sich für 45 bis 50 Prozent aus.
Beide Verbände kritisierten, dass sich an den Ausbauzielen im Vergleich zum Energiekonzept aus dem vergangenen Jahr nichts verändert habe. Es entstehe der Eindruck, dass der Anteil der Kernenergie am Strommix von derzeit 23 Prozent nach einem Ausstieg aus der Atomkraft gänzlich durch Gas und Kohle ersetzt werden solle, sagte Albers. Dies sei eine "verfehlte Klimapolitik". Auch Weiger bemängelte, die Regierung setze offenbar weiterhin auf Kohleverstromung und damit "die Zementierung der Großstrukturen in der Energieerzeugung".
Albers forderten die Bundestagsabgeordneten, die in der kommenden Woche über den Atomausstieg und die Energiewende entscheiden, auf, "die Bundesregierung zu korrigieren". Der Bundesrat habe gute Vorschläge gemacht.
Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des BWE ist es realistisch, zwei Prozent der Fläche in Deutschland für die Windkraft nutzbar zu machen. Dies entspreche einer Leistung von 200 Gigawatt, sagte Albers. Damit könnten bis zu 65 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden.
Nach Angaben Weigers wollen die beiden Verbände künftig eng zusammenarbeiten, "auch in Fragen, wo es bei konkreten Standorten Konflikte gibt". Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windkraftnutzung umso höher sei, je transparenter die Planungsphase sei. Natur- und Umweltschützer sollten sich "aktiv an dem Prozess der Standortfindung beteiligen". Das schließe künftige Konflikte zwar nicht aus, reduziere diese aber.
Der Forderung des BWE an die Bundesregierung, die Vorschläge des Bundesrats aufzugreifen, schloss sich daraufhin auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) an. "Wir hoffen, dass die Bundesregierung der Empfehlung der Länderkammer folgt und die erforderlichen Nachbesserungen am Gesetzesentwurf vornimmt", sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Er kritisierte, dass die Bundesregierung Anreize für den Eigenverbrauch einschränken wolle.
dapd
