Kultusministerkonferenz tagte Kein Ende im Streit um Abitur und Lehre

Die Auseinandersetzung über die Einstufung von Abitur und Lehrabschlüssen ist auf Anfang nächsten Jahres vertagt.

Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich gegen ein finanziell "risikoreicheres" Studium und machen dagegen lieber Karriere im Handwerk, wie es in der jüngst erschienen Studie der Vodafone Stiftung heißt, die sich mit dem Thema "Hochschulforschung" auseinandergesetzt hat. - © Fotolia

Noch immer ist kein Kompromiss in Sicht, wie Abitur und Lehrabschlüsse einvernehmlich in den achtstufigen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) eingeordnet werden können. Wie es beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin heißt, wolle man sich voraussichtlich im Januar mit der Kultusministerkonferenz treffen. Das Bundesbildungsministerium wolle die Koordination des Treffens mit allen Beteiligten übernehmen. Wirtschaft und Gewerkschaften hatten das für diese Woche Donnerstag geplante Treffen abgesagt, weil nicht alle Beteiligten eingeladen worden waren.

Während Wirtschaft, Gewerkschaften, das Bundesbildungsministerium und die Wirtschaftsminister der Länder das Abitur gleichwertig mit den Abschlüssen einer drei oder dreieinhalbjährigen Ausbildung auf dem Niveau 4 sehen, sprechen sich die Kultusminister nach wie vor für die Einstufung des Abiturs auf Niveau 5 aus.

ZDH wehrt sich gegen Neuordnungsverfahren

Um zu einem Kompromiss zu finden, müssten nach Ansicht der KMK Berufsabschlüsse je nach Schulabschlüssen und Dauer verschiedenen Niveaus zugerechnet werden. Der ZDH wehrt sich gegen diesen Ansatz vehement. "Wir gehen in kein Neuordnungsverfahren", sagte Volker Born, Leiter der beruflichen Bildung beim ZDH. Nach Vorstellung der KMK könnten dagegen anspruchsvolle Berufsabschlüsse wie etwa im Gesundheitsbereich auf Stufe 5 andere auf Stufe vier eingeordnet werden.

Hintergrund ist der Plan der EU-Kommission, nach dem allen jungen Menschen einen Europäischen Bildungspass ausgestellt werden soll. Damit soll die berufliche Mobilität in Europa erleichtert und gegenüber Arbeitgebern der jeweilige Bildungsstand gezeigt werden. bir