Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Kein Ende der Baurezession in Sicht

Trotz Konjunkturprogramm erwartet das deutsche Baugewerbe nach starken Einbußen im vergangenen Jahr auch für 2010 noch einen leichten Umsatzrückgang. „Der Zuwachs beim öffentlichen Bau reicht nicht aus, um den Rückgang im Wirtschaftsbau zu egalisieren“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Hans-Hartwig Loewenstein. Von Karin Birk, Berlin

Kein Ende der Baurezession in Sicht

Und auch 2011 dürfte wegen der auslaufenden Konjunkturprogramme und der zu erwartenden rückläufigen Investitionen der öffentlichen Hand ein weiteres Jahr der Rezession bevorstehen. Die Bauwirtschaft könne sogar in diesem Jahr stärker als bisher prognostiziert zurückgehen, sollte das „Zusätzlichkeitskriterium“ der Investitionsmittel aus dem Konjunkturprogramm aufgeweicht werden und der Bundestag einer entsprechenden Entscheidung des Bundesrates zustimmen.

Leichtes Umsatzminus erwartet

Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem leichten (- 0,7 Prozent) Umsatzminus auf 81,6 Milliarden Euro, nachdem der Umsatz 2009 um 4,0 Prozent auf 82,22 Milliarden Euro zurückgegangen war. Wie im Vorjahr prognostiziert der Verband auch für 2010 einen starken Einbruch im Wirtschaftsbau von 8,3 (Vorjahr: 9,0) Prozent auf 28,3 (Vorjahr: 30,85) Milliarden Euro. Der öffentliche Bau werde dagegen um rund 6,8 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro zulegen, nachdem im Vorjahr wegen des zögerlichen Anlaufens der Konjunkturpakete nur ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 26,69 Milliarden Euro erreicht wurde. Damit dürfte der öffentliche Bau 2010 erstmals zur umsatzstärksten Sparte seit der Wiedervereinigung werden. Etwas besser sieht es auch im Wohnungsbau aus. Dort ist nach einem Einbruch von 4,8 Prozent auf 24,67 Milliarden Euro im letzten Jahr, 2010 mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro zu rechnen.

Wie Loewenstein weiter sagte, hat sich die Sorge, dass die Konjunkturpakete zu anziehenden Preisen führen könnten, überhaupt nicht bestätigt. Durch erhöhte Arbeits- und Materialkosten habe sich die Ertragssituation der Unternehmen 2009 vielmehr verschlechtert. Dennoch sei es den Unternehmen trotz rückläufiger Umsatz- und Ertragsentwicklung gelungen, unter dem Strich die Zahl der Mitarbeiter mit knapp 705.000 Beschäftigten nahezu zu stabilisieren. Für das laufende Jahr werde dies aller Voraussicht nach nicht mehr gelingen, so dass mit einem Rückgang der Beschäftigten um rund ein Prozent auf 698.000 Mitarbeiter gerechnet werden müsse.