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Immobilienstudie Kaufen ist billiger als Mieten

Das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Die Preise auf den Immobilienmärkten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren teils deutlich gestiegen. Besonders in den deutschen Groß- und Universitätsstädten sind Häuser und Wohungen teuer geworden. Manche Experten vertreten die Ansicht, dass in den Ballungsräumen Immobilien deutlich überteuert sind.

Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln haben jetzt untersucht, ob es tatsächlich zu "spekulativen Blasen“ kommt. Sie ermittelten, ob sich auf dem deutschen Wohnungsmarkt zumindest in manchen Regionen Anzeichen für eine Überhitzung erkennen lassen. Außerdem widmeten sich die Forscher der Frage, ob sich die Bürger beim Kauf oder der Miete einer Wohnung besser stellen.

Analyse der Wohnnutzerkosten

Dabei kommt das Institut der deutschen Wirtschaft zu einem eindeutigen Urteil: "Die Analyse der Wohnnutzerkosten und deren Gegenüberstellung mit den derzeitigen Mietkosten ergeben, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete", heißt es in dem Gutachten. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. In München liegt der Vorteil, Wohneigentum zu erwerben, bei 34 Prozent, in Hamburg sogar bei 47 Prozent. Für die Studie wurden auch Daten einzelner Landkreise ausgewertet, die hier aufgerufen werden können. Insgesamt reicht die Spanne von 13 Prozent bis 67 Prozent .

Unterm Strich kommen die Kölner Wissenschaftler zum Ergebnis, dass der Vergleich zwischen Kaufen und Mieten keine Überhitzung des Wohnungsmarktes signalisiert: "Die Vorteilhaftigkeit des Wohnens im Eigentum deutet sogar darauf hin, dass die Kaufpreise zukünftig sogar noch weiter steigen könnten."

Zu geringe Tilgung

Diese Einschätzung teilen nicht alle Immobilienexperten. Zuletzt hatte die Bundesbank vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes gewarnt . Wüstenrot-Chef Bernd Hertweck mahnte im Sommer im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung zu Außenmaß: "Einzelne Käufer gehen derzeit in der Tat möglicherweise sehr große Risiken ein, wenn sie sich verführen lassen, zu einem niedrigen Zins und einer zu geringen Tilgung zu finanzieren. Es ist gefährlich, sich mit Laufzeiten bis zu 40 Jahre und darüber hinaus locken zu lassen. Niemand kann sagen, wie sich die Konjunktur oder die Immobilienpreise in den nächsten vier Jahrzehnten entwickeln. Grundsätzlich aber sehe ich keine Überhitzung oder Blasenbildung. " str

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