Einst ließen sich die Römer in diesem vielseitigen Land nieder
Von Katharina Böhm

Katalonien – Stolz der mediterranen Seele
Dem Pass nach sind sie Spanier, doch ihre Sprache ist eine andere: Katalanen sind stolz auf ihre Sprache und ihre Herkunft, das Land, dem ihr Herz gehört, heißt Katalonien, ein vielseitiges und abwechslungsreiches Land: Es bietet Sandstrände und türkisblaues Meer ebenso wie Berge und unberührte Natur, römische Kultur und einfaches Landleben.
Die Hauptstadt ist Barcelona, sicherlich eine der schönsten und sehenswertesten Städte der Welt. Was diese Stadt so attraktiv macht: Barcelona lässt kaum Wünsche offen: ein Mekka der Kunst, Kultur und Architektur, modern und pulsierend, eine mediterrane Traumstadt.
Untrennbar mit der Stadt ist der Name Antoni Gaudí verbunden. Die Sagrada Familia, die er begann zu bauen, prägt heute das Stadtbild Barcelonas. Die ungeweihte Kirche befindet sich noch immer im Bau. Wenn sie in einigen Jahren fertig ist, sollen sie insgesamt 18 Türme schmücken: Zwölf Türme stehen dann für die Zwölf Apostel, vier für die Evangelisten, einer für die Gottesmutter Maria und einer für Gott. Ein Turm soll dann mit über 170 Metern sogar das Ulmer Münster übertreffen. Verschiedene Architekten haben im Laufe der Jahre ihre Handschrift hinterlassen. Die Außenfassade der Sagrada Familia ist voller Symbolik, hier lohnt es sich auf jeden Fall, sich die vielen interessanten, teilweise versteckten Hinweise von einem Reiseführer erläutern zu lassen.
Das Herz der Stadt aber ist der Plaça Catalunya, hier enden die weltberühmten Ramblas (auf Katalanisch Les Rambles) und der Passeig de Gràcia, eine der teuersten Flanierstraßen Spaniens. Wer diese Straße entlanggeht, kann zwei weitere Arbeiten Gaudís, des organischen Architekten, entdecken: Das „Knochenhaus“ an dem keine gerade Linie zu erkennen ist, und das Casa Milà mit seinen vielen Anspielungen auf Meeresbewohner wie Algen und Oktopus, mit Kaminen, die auf dem Dach wie Sahnehäubchen trapiert sind.
Betrachtet man das Stadtbild Barcelonas aus der Luft, so fällt auf, dass die Stadt quadratisch gebaut ist. Diese Anordnung lässt die Stadt sehr akurat wirken. Tatsächlich findet man im Stadtzentrum kaum eine spitze Ecke, denn an den Kreuzungen sind die Ecken der Häuser „abgeschnitten“, die Straßenkreuzungen damit achteckige Plätze. Die Barcelonesen selbst vergleichen ihre Stadt mit einer Tafel Nussschokolade: Die Häuserblöcke sind die Schokoladenquadrate und die Nüsse die Kreuzungen und Plätze dazwischen.
Architektur und immer wieder Architektur ist das, was an Barcelona fasziniert. Für das moderne Barcelona steht der Torre Agbar, ein Bürogebäude oval wie ein aufgeschnittenes Ei, entworfen von dem französischen Architekten Jean Nouvel.
Wer Katalonien entdecken will, fährt von Barcelona knapp 100 Kilometer Richtung Süden nach Tarragona. An dieser wunderschönen Küste ließen sich einst die Römer nieder. Sie machten Tarragona zu einer Stadt voller historischer Zeugnisse römischer Kultur. Bei einem Rundgang durch das historische Viertel schlendert man entlang der zum Teil erhaltenen römischen Stadtmauer, vorbei am Amphitheater und der Kathedrale. Jeder, der Tarragona besucht, sollte sich auf jeden Fall eine erfrischende Köstlichkeit nicht entgehen lassen und unbedingt ein Glas eisgekühlte Mandelmilch, eine Orxata, genießen.
Wir verlassen die Küste, fahren ins Landesinnere und machen Station im Kloster von Poblet. Hier betet und arbeitet auch heute noch eine Gemeinschaft von Zisterziensermönchen. Der Ort für den Bau des beeindruckenden Klosters wurde weise gewählt: Poblet ist der Ort „an dem die Silberpappeln stehen“, die wiederum auf Quellwasser hindeuten. Beim Gang durch die prächtige Klosteranlage Santa Maria de Poblet ist die jahrhundertealte Geschichte der Mönchsgemeinschaft an diesem Ort spürbar und sichtbar. Aber man findet auch Zeugnisse der engen Verbindung religiöser und weltlicher Macht: Viele aragonesische Monarchen sind in der Hauptkirche des Klosters begraben, unter ihnen Jakob I.
Ein ganz anderes Katalonien entdeckt der Wanderer in die Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich: Unberührte Natur, wilde Landschaften, kalte, klare Luft. Unbeschreiblich schön ist ein Marsch durch den Nationalpark Aigües Tortes. Auch das Vall de Boí verfügt – und hier schließt sich der Kreis – über ein beachtliches historisches architektonisches Erbe. Dazu gehören die romanischen Kirchen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, unter anderem Sant Climent de Taüll, Santa Maria de Taüll und Sant Joan de Boí.
Wer Katalonien erleben möchte, dem bietet zum Beispiel Gebeco, Veranstalter von Studien- und Erlebnisreisen, Komplettpakete wie „Die Pyrenäen – Wandern zwischen Frankreich und Spanien“ und viele andere Reiseangebote an.
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