Kassel, Leipzig und Erfurt. Diese drei Städte haben sich zwischen 2005 und 2010 am stärksten in den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Wohlstand entwickelt. Besonders dynamisch zeigt sich der Osten der Republik. Im Gesamtvergleich wird das Städteranking 2011 aber von zwei Metropolen aus dem süddeutschen Raum angeführt.

München ist die wirtschaftlich attraktivste Großstand in Deutschland – in keiner anderen ist der Wohlstand hierzulande höher. Zu diesem Ergebnis kommt das Städteranking 2011 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Wirtschaftswoche (Wiwo). Als Faktoren für die Erstellung des Rankings wurden neben der Situation auf dem Arbeitsmarkt, die Einkommensstruktur, die Kriminalitätsrate und auch der Fremdenverkehr berücksichtigt.
Im Gesamtindex kommt die Landeshauptstadt auf 66,8 Punkte und liegt damit deutlich vor Stuttgart, das den zweiten Platz belegt. Mit 5,6 Prozent verzeichnet München die niedrigste Arbeitslosenquote aller 50 berücksichtigten Großstädte und weist auch die niedrigste Quote an Arbeitlosengeld-II-Empfängern auf.
Berlin legt zu, bleibt aber abgeschlagen
Die ersten fünf Plätze werden komplettiert von Münster, Karlsruhe und Frankfurt am Main. Die Elbmetropole Hamburg schafft es indes nur auf Platz neun, obwohl sie beim in sgesamt verfügbaren Einkommen sogar den ersten Platz belegt. Meilenweit abgeschlagen reiht sich die Bundeshauptstadt ein. Auf Platz 47 von 50 befindet sich Berlin und damit nur noch vor Halle, Herne und dem Schlusslicht Gelsenkirchen. Dennoch ist die Hauptstadt im Aufwind und belegt im Entwicklungsvergleich von 2005 bis 2010 Platz neun.
Eine besonders dynamische Entwicklung hat in den vergangenen fünf Jahren das hessische Kassel vollzogen. Laut den Analysten sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 13,9 Prozent gestiegen – mehr als doppelt so stark wie in allen untersuchten Großstädten im Durchschnitt (plus 6,6 Prozent). Um 8,7 Prozentpunkte fiel in Kassel die Arbeitslosenquote.
Im Durchschnitt fiel die Arbeitslosenquote trotz Krise in allen 50 untersuchten Großstädten um 4,5 Prozentpunkte, so die INSM. Von 2005 bis 2010 sei sie in keiner Stadt gestiegen.
Im Ost-/West-Vergleich können die acht im Ranking aufgeführten ostdeutschen Metropolen deutlich bessere Dynamik-Werte verzeichnen. Am Tabellenende finden sich derweil mehr Ruhrgebietsstädte als Städte aus den neuen Bundesländern.
sg