Impulspapier vorgestellt Kardinal Marx für Schuldentilgung statt Steuersenkungen

Die Deutsche Bischofskonferenz kritisiert die Steuersenkungspläne der Bundesregierung. Steigende Staatseinnahmen sollten zur Schuldentilgung verwendet werden, sagte der Münchener Erzbischof Kardinal Reinhard Marx am Montag in Berlin. Er stellte dort ein Impulspapier der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema Chancengerechtigkeit vor.

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Kardinal Marx für Schuldentilgung statt Steuersenkungen

Berlin (dapd). Die Deutsche Bischofskonferenz kritisiert die Steuersenkungspläne der Bundesregierung. Steigende Staatseinnahmen sollten zur Schuldentilgung verwendet werden, sagte der Münchener Erzbischof Kardinal Reinhard Marx am Montag in Berlin. Er stellte dort ein Impulspapier der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema Chancengerechtigkeit vor. Um diese zu wahren, müsse insbesondere bei großen Vermögen über Steuererhöhungen nachgedacht werden.

Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse bezeichnete Marx als "wegweisenden und international viel beachteten Schritt in Richtung einer generationengerechten Gesellschaft". Auch die Anhebung des Renteneintrittsalters sei ein Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit im sozialen Sicherungssystem. Gleichzeitig müssten aber bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere und geeignete Übergänge in den Ruhestand geschaffen werden.

Weitere wichtige Punkte auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft seien Bildung und Arbeit, erklärte Marx. Er forderte, mehr Geld in die Bildung und vor allem in die frühkindliche Erziehung zu investieren. "Bildung befähigt zur Freiheit", sagte Marx. Die Kirche rief er auf, sich jenseits der Gymnasien vor allem um benachteiligte Kinder zu kümmern.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner lobte Marx Forderungen als "mutigen Diskussionsbeitrag der katholischen Kirche." "Wir brauchen angesichts der fortwährenden Geringschätzung des Wertes der Freiheit eine Debatte darüber, welche Bedeutung dieser zentrale Begriff des Grundgesetzes für uns alle hat", sagte Lindner.

dapd