Weg für Martin Schulz frei Kanzlerkandidatur: Sigmar Gabriel verzichtet

Sigmar Gabriel verzichtet auf eine Kanzlerkandidatur für die SPD bei der Bundestagswahl im Herbst und macht den Weg für Martin Schulz frei.

Sigmar Gabriel verzichtet. Nun könnte Martin Schulz (rechts) SPD-Kanzlerkandidat werden. - © Michael Sohn/picture alliance/AP Photo

Der bisherige SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. "Dass er eigene Interessen zurückgestellt hat, um bessere Erfolgschancen für die SPD zu bekommen, verdient allergrößten Respekt" , sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nach der SPD-Fraktionssitzung. Die Fraktion habe seine Entscheidung mit lang anhaltendem Beifall zur Kenntnis genommen. Gabriel will außerdem auf den Parteivorsitz verzichten. Für beide Funktionen will Gabriel den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) empfehlen. Gabriel selbst will Außenminister werden.

Eigentlich wollte die SPD erst am kommenden Sonntag ihren Kanzlerkandidaten vorstellen. Doch in einem Interview mit dem Stern machte Gabriel seine Pläne schon zuvor deutlich. "Um einen Wahlkampf wirklich erfolgreich zu führen, gibt es zwei Grundvoraussetzungen: Die Partei muss an den Kandidaten glauben und sich hinter ihm versammeln, und der Kandidat selbst muss es mit jeder Faser seines Herzens wollen. Beides trifft auf mich nicht in ausreichendem Maße zu", sagte Gabriel im Stern-Interview laut Vorabbericht.

Gleichzeitig wolle er auch sein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung stellen, sagte er weiter. Noch bevor Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Bundespräsidenten gewählt werde, wolle er auch sein Amt als Bundeswirtschaftsminister abgeben und Steinmeier als Außenminister nachfolgen. Seine Nachfolgerin im Wirtschaftsministerium soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seine parlamentarische Staatsekretärin Brigitte Zypries (SPD) werden. bir