Kampf gegen Windmühlen

Kampf gegen Windmühlen

Nun ist er wieder da, der Steuerprofessor Paul Kirchhof. Er kämpft wieder für eine radikale Reform des Steuerrechts und wird in Kürze das Ergebnis seiner „Forschungsgruppe Bundessteuergesetz“ in Buchform vorstellen. Der Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Heidelberg ist uns noch gut in Erinnerung, als ihn Angela Merkel 2005 im Bundestagswahlkampf in ihr „Kompetenzteam“ berief und es so schien, als könnte er Bundesfinanzminister werden. Auch der damalige stellvertretende CDU/ CSU-Bundestagsfraktionschef Friedrich Merz hatte sich mit der Idee von der Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt, ausdrücklich auf Kirchhof bezogen. Kirchhofs Karriere an Merkels Seite war indes von kurzer Dauer und sein Kampf für ein einfaches Steuerrecht erinnert an den Kampf Don Quichottes gegen die Windmühlen. Kirchhof indes zeigt sich unverdrossen und will erneut die Steuerrevolution einläuten. Aus 56.000 Steuerparagrafen will er 146 machen, aus 45 Prozent Spitzensteuersatz sollen 25 werden. Dafür sollen sämtliche Steuerprivilegien und Abschreibungen gestrichen werden und Einkommen aus Arbeit nicht länger höher besteuert werden als jene aus Kapital. Und das Ganze will er nach der Bundestagswahl 2013 umgesetzt wissen. Klingt doch gut, oder!? Allein, wie war das mit den Windmühlen?rub