Die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann hat die deutsche Rüstungsindustrie scharf kritisiert. "Unsere Volkswirtschaften profitieren von dem Krieg, den wir beklagen", sagte Käßmann am Donnerstag auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden. "Kann es legitim sein, am Waffenhandel zu verdienen?", fragte sie vor Tausenden Zuhörern in einer Bibelstunde in einer überfüllten Sportarena.
Käßmann kritisiert deutsche Waffenindustrie
Dresden (dapd). Die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann hat die deutsche Rüstungsindustrie scharf kritisiert. "Unsere Volkswirtschaften profitieren von dem Krieg, den wir beklagen", sagte Käßmann am Donnerstag auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden. "Kann es legitim sein, am Waffenhandel zu verdienen?", fragte sie vor Tausenden Zuhörern in einer Bibelstunde in einer überfüllten Sportarena.
Die Frage richtete die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch an Bundespräsident Christian Wulff, der im Publikum saß. Unter Berufung auf das Stockholmer Institut für Friedensforschung sagte Käßmann, der deutsche Anteil am internationalen Waffenhandel sei zwischen 2005 und 2010 auf elf Prozent gestiegen und werde nur noch von Russland und den USA übertroffen. "Unsere Kirchen können angesichts dieser Situation nicht schweigen", betonte sie.
Ferner kritisierte sie den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und die Bombardierung Libyens durch die NATO. Eine Luftraumüberwachung in dem nordafrikanischen Staat habe ihr noch einleuchtend erschienen. Aber sofort habe die Bombardierung begonnen und auch der "gezielte Versuch, Gaddafi, mit dem man eben noch munter Geschäfte gemacht hatte, zu töten", kritisierte sie. "Das ist kein Weg zum Frieden."
dapd
