Akkubetriebene Elektrowerkzeuge sind längst Standard, aber das Lithium in den Batterien bringt Risiken auf die kabellose Baustelle. Derweil wachsen die Akku-Allianzen CAS und Amp-Share weiter.

Der Trend hält unvermindert an. Immer mehr Elektrowerkzeuge werden mit Strom aus der Batterie betrieben. Die kabellose Baustelle wird realer. Die Zahl der Partner und Maschinen in den beiden herstellerübergreifenden Akku-Systeme von Metabo (CAS) und Bosch (Amp-Share) wächst stetig. Aber die steigende Anzahl von Batterien auf den Baustellen birgt auch Risiken.
"Der Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien ist nicht ungefährlich, da Lithium sehr reaktionsfreudig ist", warnt Joachim Lügtenaar, Sicherheitsexperte bei B&W International, einer auf Schutzkoffer spezialisierten Firma aus Ibbenbüren. Bei Defekten könne es durch eindringendes Wasser oder zu hohe Luftfeuchtigkeit zur Überhitzung kommen. Auch zu hohe Temperaturen würden die Instabilität der Akkus fördern. Die Folge: Die Akkus können aufgrund ihrer hohen Energiedichte in Brand geraten, explodieren oder giftige Gase freisetzen.
Schutzkoffer für die kabellose Baustelle
Dem will B&W International mit einem Schutzkoffer entgegenwirken. Er wurde speziell für den Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien und damit betriebenen Werkzeugen entwickelt. Das aus Spezialkunststoffen gefertigte und mit Metall ausgekleidete "B&W Battery-Case 908" hält laut Hersteller Feuer stand. Im schlimmsten Fall überstehe es sogar eine Explosion der Akkus unbeschadet. Brennt es im Inneren verschließt sich Koffer automatisch und der eingebaute Aktivkohlefilter reduziert austretende Gase und vermindert die Rußbildung.
Die Koffer, die es in drei Größen zu Preisen ab 129 Euro gibt, sind als Gefahrgutverpackung nach ADR P908 zugelassen und somit auch für den Transport von intakten sowie defekten Lithium-Akkus auf öffentlichen Straßen geeignet.
Neu im CAS-System: Rotationslaser von Imex
Im Jahr 2018 ergriff Metabo als erster Hersteller von Elektrowerkzeugen die Initiative für kompatible Akkus, die an die Geräte verschiedener Hersteller passen. So müssen Handwerker keine unterschiedlichen Akkus und Ladegeräte vorhalten. Hatten sich zur Premiere noch neun Hersteller zur Cordless Alliance System (CAS) mit insgesamt passenden 110 Werkzeugen zusammengeschlossen, so ist die CAS-Familie inzwischen auf 40 Hersteller mit rund 400 Maschinen angewachsen.
Als jüngstes Mitglied hat sich im Januar Imex dem CAS-System angeschlossen. Das australische Unternehmen bietet Laser- und Nivelliergeräte für die Bau- und Installationsbranche an. Als erstes Gerät wird der Rotationslaser Z99R mit dem 18V/4.0Ah Akku ausgestattet.
Bosch bietet neue Elektro-Werkzeuge für Amp-Share-System
Im 18 V-Akku-System von Bosch sind bislang gut 30 Hersteller vereint. Die Akkus der Marke Amp-Share passen an etwa 300 Geräte. Seit Ende 2023 bietet Bosch mit dem ProCore18V+ einen Akku mit 8,0 Ah und einer um bis zu 71 Prozent längeren Laufzeit gegenüber dem vorherigen Modell bei gleichem Gewicht.
Davon profitiert jetzt auch das Elektrohandwerk, für das Bosch drei neue Profiwerkzeuge zum Pressen, Kabelschneiden und Stanzen auf den Markt bringt.
Das Presswerkzeug GPH 18V-60 verpresst Kabelschuhe und Verbinder auf Kupfer- und Aluminiumkabel mit Querschnitten von bis zu 300 mm2 mit einer konstanten Kraft von 60 kN. Nach erfolgreichem Pressvorgang fährt der Kolben automatisch in die Ausgangsposition zurück.

Der Kabelschneider GKH 18V-50 schneidet Kupfer- und Aluminiumkabel der Leiterklassen 2 und 5 mit einem Durchmesser bis zu 40 mm. Klingen aus gehärtetem Stahl und mit spezieller Geometrie sorgen für saubere Schnitte. Dank intelligenter Schnitterkennung öffnen sich die Backen nach jedem Schnitt automatisch.
Das Stanzwerkzeug GLH 18V-60 stanzt mit einer Kraft maximal 60 kN nahezu gratfreie Löcher in bis zu 3 mm starken Stahl und in bis zu 2,5 mm starken Edelstahl. So lassen sich mit verschiedenen Werkzeugköpfen nachträglich Löcher mit bis zu 47 mm Durchmesser in die Wände von Schaltschränken stanzen, um zusätzliche Kabel hindurchzuführen.
Arbeitshistorie via Software auslesbar
Alle drei Geräte verfügen laut Bosch über ein Wertungsintervall von 20.000 Zyklen. Eine Status-LED am Fuß erinnert an den bevorstehenden Service. Über einen USB-C-Ausgang können Handwerker die Arbeitshistorie auslesen und so zum Beispiel nachweisen, dass Kabelschuhe mit 60 kN verpresst wurden. Auch die Zahl durchlaufener Zyklen, Fehlermeldungen und weitere Parameter sind abrufbar. Die Auslesesoftware stellt Bosch im Internet kostenfrei zum Download zur Verfügung.
Bei Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen helfen die um 340 Grad (pressen) oder 360 Grad (schneiden und stanzen) drehbaren Geräteköpfe. Ein LED-Licht leuchtet den Arbeitsbereich aus. Für eine ausgewogene Balance von Laufzeit, Leistung und Gewicht empfiehlt der Hersteller die Verwendung eines ProCore 18 V-Akkus mit 4,0 Ah.
