Thüringens Justizminister Poppenhäger hält eine Quote für rechtlich möglich Justizminister befürworten gesetzliche Frauenquote

Die Justizminister der Länder haben sich mehrheitlich für eine gesetzliche Frauenquote in der Wirtschaft ausgesprochen. Dies sei grundsätzlich mit europäischem und deutschem Recht vereinbar, betonte Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) nach einer Konferenz mit seinen Amtskollegen am Mittwoch in Halle.

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Justizminister befürworten gesetzliche Frauenquote

Halle (dapd). Die Justizminister der Länder haben sich mehrheitlich für eine gesetzliche Frauenquote in der Wirtschaft ausgesprochen. Dies sei grundsätzlich mit europäischem und deutschem Recht vereinbar, betonte Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) nach einer Konferenz mit seinen Amtskollegen am Mittwoch in Halle. Zugleich bedauerte er, "dass auf der Zielgeraden nicht alle Minister ihre Position durchgehalten haben, die lange zu den vehementesten Verfechtern einer gesetzlichen Quote gehörten".

Nun müsse eine einfache und wirksame Lösung gefunden werden, die Sanktionen gegen Unternehmen möglichst verzichtbar mache, sagte Poppenhäger. So solle etwa die Wahl von Aufsichtsräten künftig nur dann gültig sein, wenn die Geschlechterquote eingehalten werde.

Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, wie sie von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) befürwortet wird, beurteilt Poppenhäger kritisch: "Das dauert zu lange und führt seit Jahren dennoch nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Frauenanteils." Der 50-prozentige Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung müsse sich endlich auch in den Führungsetagen widerspiegeln, forderte er.

dapd