Diehl: Es ist absolut nicht nachvollziehbar Jusos fordern Nahles-Rücktritt nach Einigung mit Sarrazin

Der SPD-Nachwuchs in Hessen fordert nach dem gescheiterten Parteiausschluss von Thilo Sarrazin den Rücktritt von Generalsekretärin Andrea Nahles. Es sei absolut nicht nachvollziehbar, warum alle Verfahrensbeteiligten der Einigung mit Sarrazin zugestimmt hätten, erklärten der Landeschef der Jungsozialisten, Felix Diehl, sowie zwei Bezirksvorsitzende am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Foto: dapd

Jusos fordern Nahles-Rücktritt nach Einigung mit Sarrazin

Frankfurt/Main (dapd). Der SPD-Nachwuchs in Hessen fordert nach dem gescheiterten Parteiausschluss von Thilo Sarrazin den Rücktritt von Generalsekretärin Andrea Nahles. Es sei absolut nicht nachvollziehbar, warum alle Verfahrensbeteiligten der Einigung mit Sarrazin zugestimmt hätten, erklärten der Landeschef der Jungsozialisten, Felix Diehl, sowie zwei Bezirksvorsitzende am Mittwoch in Frankfurt am Main. "Deshalb fordern wir Konsequenzen aus dieser Entscheidung und den Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Generalsekretärin."

Sarrazin habe seine rassistischen und sozialdarwinistischen Aussagen nicht ausdrücklich zurückgenommen, kritisierten die Jusos. Zudem sei sein Auftritt bei der Jungen Union im hessischen Kommunalwahlkampf nicht erwähnt worden. "Es kann nicht sein, dass dieses unsolidarische Verhalten ohne Konsequenzen bleibt", sagte Diehl.

Der nordhessische Juso-Vorsitzende Pascal Barthel warf Nahles vor, doch zu wissen, dass solche " Entscheidung nicht 'Oben' getroffen werden dürfen, um dann die Parteibasis nur noch abnicken zu lassen". Sein südhessischer Kollege Behnam Yazdani meinte, die integrationspolitische Glaubwürdigkeit der SPD stehe auf dem Spiel.

Das SPD-Präsidiumsmitglied Joachim Poß wies die Forderungen der Hessen zurück. Diese zeigten einen erschreckenden Mangel an Diskussionskultur. Nahles habe im Gesamtinteresse der Partei gehandelt. Das sei bei einem derartigen Spalterthema besonders schwierig. Poß nannte es unberechtigt, "aus diesem schwierigen Vorgang persönliche Vorwürfe an die Adresse der Generalsekretärin ableiten zu wollen".

dapd