Eines der Symbole Frankfurts und der Eurozone soll im Sommer erstmals saniert werden. Dabei kommen junge Handwerker zum Einsatz.
Das 14 Meter hohe Euro-Zeichen vor dem ehemaligen Hauptsitz der Europäischen Zentralbank soll im Juni nach über 13 Jahren erstmals saniert werden. Durchgeführt wird die Aktion von jungen Gebäudereinigern und Lichtexperten aus Frankfurter Handwerksbetrieben. Geplant ist unter anderem der Einbau von LED-Leuchten, von dem sich eine Reduzierung des Energieverbrauchs um bis zu 80 Prozent erhofft wird. Auch zwei Tafeln zur Geschichte der Skulptur werden errichtet. Das 2001 aufgestellte Wahrzeichen des Künstlers Ottmar Hörl wirkte zuletzt stark ramponiert.
Von der Jugend, für die Jugend
Angeschoben wird die Aktion vom privaten und gemeinnützigen Frankfurter Kultur Komitee (FraKK), dem die Skulptur gehört. In Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, der Main Licht GmbH, der Philipp-Holzmann-Berufsschule und der Landesinnung Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks soll das Wahrzeichen auf Vordermann gebracht werden.
„Das Handwerk in der Metropolregion bekennt sich zu seiner Verantwortung für den Standort Frankfurt-Rhein-Main. Wir freuen uns, einmal wieder gemeinsam mit unseren talentierten Junghandwerkern einen Beitrag für unsere Stadtgesellschaft leisten zu dürfen“, so Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger. Das Äußere der Skulptur leide derzeit wie das Image des Euro, so Manfred Pohl, Vorsitzender des FraKK. Der Verein möchte sie im September symbolisch an die Jugend Europas verschenken um etwas gegen den schlechten Ruf des Euro zu tun. Bevor das geschieht soll sie in neuem Glanz erstrahlen. Es ist der erste Schritt der Idee, Frankfurt zur "Stadt der europäischen Jugend" auszubauen.
Wahrzeichen und Hassobjekt
Bei dem Euro-Symbol, das die Skulptur darstellt, scheiden sich die Geister. Einerseits ist sie als Touristenmagnet ein beliebtes Fotoobjekt und dient oft der Bebilderung von Fernsehbeiträgen. Andererseits war sie in der Vergangenheit oft auch umstritten – besonders von Kapitalismuskritikern. Das Zeichen und seine Präsentation stehe für eine übermäßige Glorifizierung des Kapitals. An einer Stelle war sogar davon die Rede, dass es einen Moses geben müsse, der dieses "goldene Lamm" zerstört.
Die am Euro-Zeichen angebrachten Sterne würden immer wieder beschädigt – das war besonders 2012 während der Occupy Frankfurt-Bewegung so. Die Reparation eines Sterns kostet rund 3000 Euro. Aus diesem Grund sollen im Zuge der Sanierungsarbeiten auch stabilere Exemplare an ihre Stelle treten.
„Das Euro-Zeichen hat sich trotz mancher Kritik zu einem Wahrzeichen der gemeinsamen Währung entwickelt. In ein paar Jahrzehnten wird es in und für Frankfurt einen historischen Stellenwert haben, denn es ist das einzige sichtbare Symbol für den Beginn dieses europäischen Zusammenschlusses. Mit dem Bestand des Euro und der Arbeit der Europäischen Zentralbank wird Frankfurt in den nächsten Jahren immer mehr zu einer europäischen Hauptstadt werden. Eine solche Skulptur in der Mitte der Stadt bringt dies zum Ausdruck, ihr Erhalt ist eine gemeinschaftliche Aufgabe“, so IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller.
Insgesamt zahlt das FraKK eigenen Angaben zufolge rund 60.000 Euro jährlich für die Instandhaltung und Beleuchtung des Kunstwerks. Seit einiger Zeit können Privatleute, Firmen oder Banken dafür spenden. Das Medieninteresse an der Skulptur ist stets hoch. Anfang April zierte es sogar die erste Seite der US-Ausgabe des "Wall Street Journal". dpa/SZ /jr
