Dass Kreativität und handwerkliches Geschick gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere im Handwerk sind, hat Friseurin Melisa Arslan im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt: Nach ihrem Gesellenabschluss folgten im Oktober der Kammersieg beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks sowie der große Erfolg bei den "hairGames".

"Ich war schon immer eine handwerklich-kreative Person und habe gerne mit den Händen gearbeitet", erzählt die 23-jährige Nürtingerin. Bereits in der Schulzeit habe sie sich mit dem Thema Haarstyling beschäftigt und da ihr Vater im Friseur-Handwerk tätig ist, gab es früh einen Bezug zur Branche. Nach dem Abitur begann sie eine Lehre im Friseurunternehmen "Haarraum8" in Nürtingen. "In der Ausbildung habe ich dann schnell gemerkt, dass mir das Lernen leichtfällt und ich das Wissen auch gut anwenden kann." Als im Corona-Lockdown die Zwischenprüfung bevorstand, verbrachte sie viel Zeit beim Üben im Salon und eignete sich in nur wenigen Wochen die Fähigkeiten für Herrenhaarschnitte an.
Leidenschaft spielt wichtige Rolle
"Mir machen Kurzhaarschnitte generell viel Spaß, aber auch das Föhnen über die Rundbürste und verschiedene Stecktechniken gefallen mir gut", erläutert die Friseurin. Die Leidenschaft für den Beruf spielt für sie selbstverständlich auch heute noch eine wichtige Rolle: "Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit."
Für ihre großartigen Leistungen in der Ausbildung wurde die junge Handwerkerin beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Kammerebene als beste Friseurin ausgezeichnet. Die Inhalte der Abschlussprüfung seien sehr vielfältig gewesen: Zu den Aufgaben gehörten unter anderem das Färben, Schneiden und Stylen der Haare eines Damenmodels, aber auch Tätigkeiten an einem Herrenmodel sowie eine Beratungssituation. "Die Prüfung ist sehr gut gelaufen. Dass ich tatsächlich gewonnen habe, hat mich dann doch überrascht", resümiert die talentierte Handwerkerin. Nach der Lehre folgte die Festanstellung in ihrem Ausbildungsbetrieb.
Großartige Leistungen unter Zeitdruck
Durch Zufall erfuhr sie von den hairGames in Erfuhrt. Bei dem Wettbewerb – der unter anderem vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks durchgeführt wird – werden in unterschiedlichen Kategorien die deutschen Meister im Friseur-Handwerk ermittelt. Melisa Arslan schloss sich einem kleinen Team aus Friseurinnen und Friseuren an und trainierte eine Woche lang intensiv für den Wettkampf. "Jeden Tag habe ich fünf bis sechs Stunden mit einem Model gearbeitet und die Frisuren verbessert und geübt." Beim Wettkampf am 16. Oktober trafen die Teilnehmer dann vor Publikum auf einer Showbühne aufeinander und stellten ihr handwerkliches Geschick unter Beweis.
Nächstes Ziel Meister
Die Nürtingerin startete in der Kategorie "Woman Longhair Open & Up Do". Zwei unterschiedliche Frisuren hatte sie für den Wettbewerb einstudiert: Für die offene Frisur wurden die Haare ihres Models unter anderem mit bestimmten Produkten vorbehandelt, auf einen Lockenstab gewickelt und seitlich glatte Kurven eingearbeitet. Bei der zweiten Wettbewerbsaufgabe mussten die Haare in eine Hochsteckfrisur umgestylt werden. Eine Jury bewertete jeweils die Ergebnisse. "An den Sieg habe ich während dem Wettkampf überhaupt nicht gedacht, sondern mich nur auf die Arbeit konzentriert – als es dann geklappt hat, habe ich mich natürlich sehr gefreut", berichtet Melisa Arslan. Konkrete Pläne hat die talentierte Handwerkerin für die Zukunft: "In verschiedenen Bereichen möchte ich mich weiterbilden und spezialisieren und auch noch meinen Meister machen."